Ahotep-Trilogie

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In diesem Sammelband finden sich alle drei Romane der Trilogie, die Christian Jacq um die Befreiung Ägyptens durch die thebanische Königin Ahotep geschrieben hat, nämlich „Die Königin von Theben“, „Die Herrscherin vom Nil“ und „Die Pharaonin der Freiheit“.

Wir schreiben das Jahr 1690 v.Chr. Ganz Ägypten ist von den Hyksos besetzt. Ganz Ägypten? Nein! Eine von unbeugsamen Ägyptern bevölkerte Stadt in Unterägypten hört nicht auf, den Eindringlingen Widerstand zu leisten. Unter der Führung der Königin Teti der Kleinen hat sich die Provinz Theben einen Rest Unabhängigkeit bewahrt. Um den Hyksos-Herrscher Apophis nicht zu provozieren, der mit Grausamkeit und Unterdrückung über Ägypten herscht, muss Theben dafür allerdings Unterordnung und Schwäche zeigen. Dieses Stillhalten ist der ungestümen Prinzessin Ahotep aber zuwider. Sie will die Bevölkerung und ihr Land von der Besetzung befreien und die alten Werte wieder einführen.

Zusammen mit ihrem Gemahl Seqen en-Re beginnt Ahotep, den Widerstand zu organisieren. Doch Theben ist voll von Hyksos-Spionen und Kollaborateuren. Trotz aller Geheimhaltung erfährt Apophis daher von der heimlichen Mobilmachung Thebens, noch bevor sich Ahotep und Seqen bereit fühlen, seiner Armee entgegenzutreten. Doch es bleibt ihnen keine andere Wahl. Als Seqen getötet wird, übernehmen seine Söhne Kamose und Ahmose den Kampf, für den weiterhin die stolze Königin Ahotep im Hintergrund die Fäden zieht. Obwohl militärisch weit unterlegen, kann die ständig wachsende Befreiungsarmee einige Erfolge für sich verbuchen.
Nachdem der Süden des Landes zurückerobert ist, gilt es, den Hyksos-König Apophis auch aus der Hauptstadt Auaris im Norden zu vertreiben. Aber Apophis steht mit dunklen Mächten im Bunde und Ahotep kann nur dagegen ankämpfen, indem sie aufrecht bleibt, die Traditionen und Rituale des ägyptischen Volkes ehrt und die Götter um Beistand bittet.

Dieser Mehrteiler beinhaltet einen typischen Jacq-Roman: Die Guten sind himmlisch gut und die Bösen höllisch böse. Dazwischen gibt es keine Grauzonen und keine Figur erfährt einen Charakterwandel im Laufe der Geschichte. Ahotep ist so schön und edel, dass es einem den Atem verschlägt. Der rücksichtslose Hyksos-König Apophis dagegen ist häßlich, und allein seine kalte Stimme lässt den Personen um ihn herum das Blut in den Adern gefrieren. Bei der Einführung einer neuen Figur muss man in diesem Roman eigentlich nur schauen, ob die Person als hübsch oder als häßlich beschrieben wird. Man weiß dann sofort, ob sie zu den Guten oder den Bösen gehören wird. Durch diese Erzählweise kann natürlich keine große Spannung aufkommen, zumal Königin Ahotep auch immer die richtigen Entscheidungen trifft und so kein einziges wichtiges Gefecht verliert.

Wie immer in Jacqs Romanen ist es der alte Kampf des Guten gegen das Böse. Die Rollen sind von Anfang an klar verteilt und das Ende ist vorhersehbar. Dass manche von Jacqs Romanen für mich trotzdem lesenswert sind, liegt an der unbeirrten und liebevollen Beschreibung der positiven Charaktere. Man wünscht sich, dass es so gute Menschen wirklich geben möge und man zu ihnen gehören könnte. Außerdem finde ich es beruhigend, dass manche Dinge in seinen Romanen unerschütterlich fest stehen. Dass hehre Ziele nicht dem Geld oder der Macht geopfert werden. Dass eine große Liebe trotz schwerer Zeiten eine große Liebe bleibt. Aber ich muss zugeben, dass selbst mir hier an mancher Stelle etwas „Pfeffer“ fehlte. Zu blass und glatt bleibt die Handlung, zu wenig Überraschendes passiert. Und dazu kommt die in diesem Buch fast übertriebene Mystik. Eine Brieftaube findet nicht nur zurück nach Hause sondern kann eigentlich jedes Ziel ansteuern, das man ihr auf einer „geistigen Ebene“ mitteilt. Der Mond zeigt für alle sichtbar das Gesicht der neuen Königin, um sie dadurch zu legitimieren und die Steinfigur einer Göttin verneigt sich tatsächlich. Und diese Liste ließe sich endlos fortsetzen. Nun glaubten die alten Ägypter auch an mystische Vorgänge und insofern mögen diese übernatürlichen Erscheinungen in eine Geschichte dieser Zeit passen. Mir war es aber etwas zuviel.

Wer dem Übersinnlichen zugeneigt ist und sich auf die einfache, fast kindliche Sichtweise des Autors einlassen kann, für den ist dieser Dreiteiler sicher lesenswert, obwohl er qualitativ nicht an Jacqs früher erschienene Mehrteiler heranreicht. Wer als Leser anspruchsvollere Charakterstudien in einem Roman bevorzugt, dem empfehle ich den ebenfalls dreiteiligen Romanzyklus »Herrscher der zwei Länder« von Pauline Gedge über die gleiche geschichtliche Epoche.

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