Der Traum der Kleopatra

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„Schon wieder ein Buch über Kleopatra“, mögen einige von euch jetzt denken. Hat man alles schon gelesen, gesehen und gehört. Aber dieses Buch ist anders! Es fängt mitten in Kleopatras Leben an. Die alternde Königin fährt in einer pechschwarzen Barke den Nil entlang. Kleopatra ist in Trauer um ihren geliebten Antonius, der in Rom eine Zweckehe mit Oktavia, Oktavians Schwester, eingegangen ist und somit Kleopatra und Ägypten den Rücken zukehrt. Aber auch Antonius ist mit seiner Situation nicht glücklich und entschließt sich, doch zur Königin zurückzukehren. Er schenkt ihr wichtige Provinzen Roms und setzt seine Kinder als Erben ein. Als auch noch Antonius‘ Testament verfügt, dass er in Ägypten begraben werden soll, entschließt sich Oktavian zum Angriff. Er will die „Schlange am Nil“ und ihre Brut Caesarion, der Sohn Caesars und Kleopatras vernichten, um Roms Ansehen zu erhalten und den Sohn Caesars seiner Machtansprüche zu berauben…
Soweit kennt man die Geschichte. Gut, dass Moix sein Augenmerk nicht auf die Handlung lenkt, sondern auf die Personen, die unglaublich intensiv mit allen ihren Stärken und vor allem Schwächen gezeigt werden. Die große Kleopatra, vor Schmerz zerrissen, zeigt vor der ganzen Welt ihre Trauer. Antonius feiert lieber eine wilde Orgie als bei der Geburt seiner und Oktavias Tochter zu sein. Caesarion entwickelt sich zum hochmütigen und zu selbstsicheren Thronerben. Nur Oktavia (mein Highlight) glänzt durch Bescheidenheit und Edelmütigkeit, die sie aber mit Depressionen und Entwürdigung bezahlen muss. Neben den historischen Personen finden sich auch fiktive, wie der Isis-Priester Thotmes, der zu einer interessanten und spannenden Nebenhandlung beiträgt.
Und dies alles verpackt Moix in einer so wunderbaren Sprache, dass ich das Lesen dieses Buches unglaublich genossen habe.

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