Deshret – Rote Erde

von

Hätte Chenu doch nie die Leiche von Pharaos Schwester gefunden. Es hätte nie die schicksalhafte Begegnung mit dem Pharao Chufu gegeben, der seine Würde und sein Stolz zutiefst verletzt hat. Seine geliebte Schwester säße jetzt nicht im Harem Chufus fest, so dass es ihm unmöglich ist sie zu sehen. Aber immerhin hat er es weit gebracht an Pharaos Hof. Obwohl er Chufu wegen seiner Gefühle zu ihm verachtet, ist er sein Leibarzt und Vertrauter geworden. Er soll das Orakel des Osiris erfüllen und eine gigantische Pyramide mitten in der Wüste erbauen. Doch schon bald ruft man ihn zurück an den Hof. Die Schwester des Pharao ist nicht die einzige, die ermordet wurde. Und sein viertes Opfer scheint schon festzustehen. Chenu bleibt wenig Zeit.

Die Charaktere sind unglaublich detailliert gezeichnet, besonders die beiden Hauptfiguren Chenu und Chufu. Man spürt ihre innere Zerrissenheit. Hass und Liebe, Wut und Freude, Hoffnung und Enttäuschung. Auf den Leser strömt eine wahre Flut von Gefühlen ein. Für mich ist die Handlung oftmals in den Hintergrund getreten, so sehr hat mich das Charakterporträt dieser beiden Hauptfiguren fasziniert. Auch die Homosexualität Chufus und seine Liebe zu Chenu ist feinfühlig gezeichnet und gleitet in keiner Situation ins kitschige oder, schlimmer noch, peinliche ab. Nur die Handlung hatte meiner Meinung nach ein paar langatmige Stellen. Ein ungewöhnlicher Roman aber auf alle Fälle lesenswert.

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