Ramses. Roman eines ägyptischen Pharao

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Ramses II. ist vor wenigen Jahren Pharao geworden. Er ist ein junger und ungewöhnlicher Pharao, der durch seine Natürlichkeit und seinen Arbeitseifer frischen Wind in den Hofstaat und die Schreibstuben bringt. Seine geliebte Frau Naptera ist bei der Geburt des fünften Sohnes gestorben. Ramses ist seitdem allein und seine Mutter Tuja kümmert sich zusammen mit einer Kinderfrau um die Erziehung der Kinder. Tuja möchte gerne, dass Ramses wieder heiratet und auch dessen Schwester Ahmes endlich unter die Haube kommt. Diese schwärmt jedoch für Lamares, einen einfachen Oberst, der absolut nicht standesgemäß wäre.

Seit langer Zeit ist das Verhältnis Ägyptens zu den Hethitern sehr angespannt und beide Seiten ahnen, dass es Krieg geben wird. Der hethitische König Mutalla schickt daher zwei seiner Söhne nach Ägypten, damit diese unerkannt den Feind kennenlernen und evtl. herausfinden, welche Pläne der neue Pharao hat. Aber Mutallas Söhne finden die Ägypter gar nicht so verabscheuungswürdig und entwickeln sogar eine gewisse Bewunderung für deren Pharao Ramses. Aber davon will Mutalla nichts hören und so rüsten sich beide Seiten weiter für den Krieg.
Der junge Ramses weiß, dass es nach dem Tod eines Pharaos immer Kräfte gibt, welche die Machtverhältnisse ändern wollen. Auch er hat Gegner, die einen ungünstigen Kriegsverlauf sicher ausnützen würden, um selbst an die Macht zu kommen. Daher nimmt er seine beiden Erstgeborenen mit, als er schließlich mit dem Heer gegen die Hethiter zieht.
Kurz vor der Festung Kadesch, wo man plangemäß auf das hethitische Heer treffen will, erfährt Ramses durch zwei gefangengenommene hethitische Soldaten, dass die gegnerische Streitmacht größtenteils von der Festung abgezogen wurde, um die Ägypter erst weiter im Hinterland zu stellen. Ramses fällt auf diese List herein und greift mit nur einem einzigen Regiment Kadesch an, ohne auf das Eintreffen seiner restlichen Regimenter zu warten. Plötzlich ist er von der übermächtigen feindlichen Streitmacht umzingelt. Zeitgleich werden von ägyptischen Verrätern die beiden Söhne des Ramses entführt, um die rechtmäßigen Thronfolger ebenfalls aus dem Weg schaffen zu können. Ramses sieht, dass er der Übermacht der Feinde nicht lange standhalten kann. Mit einem verzweifelten Gebet wendet er sich an den Gott Amon und bittet ihn um Beistand.

Der Roman spielt zu Beginn der Regierungszeit Ramses II. Erzählt wird die Geschichte des Krieges zwischen Ägypten und den Hethitern, welcher durch die berühmte Schlacht bei Kadesch und den späteren Friedensvertrag zwischen den beiden Völkern in die Geschichtsbücher einging.
Aus einem solchen, auf historischen Fakten beruhenden Handlungsverlauf wird aber erst dadurch eine gute Geschichte, dass damit die persönlichen Schicksale der Hauptfiguren verknüpft werden. Dies versucht der Autor auch und so erfahren wir Einiges über das Denken und die Gefühle von Ramses, seiner Schwester Ahmes, des Obersten Lamares und auch der Kinder des Hethiterkönigs Mutalla. Schade nur, dass manches Detail nach dem heutigen Forschungsstand nicht so recht passen will. Ramses und Naptera (wie Nefertari in der Keilschrift auch genannt wird) hatten nicht nur Söhne sondern auch Töchter. Und Nefertari war nicht etwa zu Beginn des Krieges bereits tot sondern lebte auch noch nach Abschluss des Friedensvertrages, was ihre Korrespondenz mit der Hethiterkönigin Paduchepa eindeutig beweist.

Einem guten Roman könnte ich diese Ungereimtheiten leicht verzeihen, zumal dieses Buch bereits im frühen 20. Jahrhundert geschrieben wurde, als der Forschungsstand vielleicht noch ein anderer war. Aber so richtig konnte mich das Buch eben nicht begeistern. Zu antiquiert und angestaubt empfand ich die Geschichte. Zwar zeigt Kronberg durchaus erzählerische Qualitäten, und er hat auch einige interessante Ideen zu bieten, wie bspw. die der drei Brüder aus Askalon, die alle drei Sebulon heißen und in drei unterschiedlichen Ländern jeweils ein Gasthaus betreiben — eine Idee, die den Leser immer wieder zum Schmunzeln bringt. Aber leider gelang es mir dennoch nicht, dass ich mit den Figuren mitfiebern und mich in sie hineinversetzen konnte. Insofern habe ich dieses Buch zwar mit Interesse gelesen, war aber keineswegs traurig, als es zuende war.

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