…und baute ihr einen Tempel

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Die Geschichte erzählt uns von dem Jungen Piay. Als Sklave aufgewachsen, hilft ihm seine künstlerische Begabung, die Karriereleiter bis zum Obersten Baumeister des Pharao Ramses II. hinauf zu klettern. Aber dem König gefällt nicht nur seine künstlerische Ader, sondern er schätzt ihn auch als „einzigen Freund des Pharao“. Es hätte alles so gut sein können, wenn Piay nicht einer der größten Frevel Ägyptens passiert wäre: Hals über Kopf verliebt er sich in die Tochter Ramses‘ und seiner Hauptgemahlin Nefertari – Merit-Amun. Beide wissen, dass sie mit dem Feuer spielen und so kommt es, wie es kommen muss. Ramses erfährt von der verbotenen Liebe und verhängt über beide ein getrenntes und schweres Schicksal…

Dieses Buch ist eine Bereicherung für jedes Bücherregal. Der Autor, Siegfried Obermeier, versteht es prächtig seine Leser durch Worte an das Buch zu fesseln. Obermeier wechselt geschickt zwischen einer neutralen und einer persönlichen Sichtweise, die die Gedanken der Personen widerspiegeln.

Im Laufe der Geschichte tauchen immer wieder neue Figuren auf, die der 588 Seiten starken Geschichte neue Würze geben. Die Charaktere lassen neue Geschichten entstehen, die immer abwechselnd erzählt werden, bis sie zu einem Handlungsstrang zusammenwachsen.

Sprachlich und inhaltlich ein Geniestreich, gibt es leider bei einigen Charakteren kleine Schwächen. Während man eine Figur wie Ramses wunderbar charakterisieren kann, fällt es mir bei Piay etwas schwer, eine genaue Charakterbeschreibung zu finden. Bei der Figur des Moses aus der Bibel hatte ich das Gefühl, Obermeier wollte nur „biblical correct“ sein und ihn kurz erwähnen. Und so verschwand der Retter der Kinder Israels so schnell aus der Geschichte, wie er vorher aufgetaucht war. Eine andere Person wiederum, die im ersten Teil eine große Rolle gespielt hat, taucht in den letzten paar hundert Seiten gar nicht mehr auf.

Trotz der oben genannten kleinen Schwächen ist das Buch sehr zu empfehlen. Wenn man das nächste Mal Ägypten besucht und vor einer Statue Nefertaris mit ihrer Tochter Merit-Amun steht, wird man sich bestimmt an die großartige Geschichte zurückerinnern.

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