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Der Nomadengott

von

Die Hyksos haben es nicht leicht im Lande Kemet. Nach der Vertreibung des Hyksos-Herrschers sind alle Nichtägypter nicht mehr willkommen in Ägypten. Und das, obwohl die meisten schon seit mehreren Generationen dort leben. Darunter ist auch der Schreiber Seshmosis, der schließlich die anderen überredet, in das Land ihrer Väter zurückzukehren.

Also macht man sich auf den Weg und nennt sich, um das ganze etwas unauffälliger zu gestalten, ab sofort Tajarim (was man mit „Tourist“ übersetzen könnte). Leider geht Seshmosis´ Idee mit der Unauffälligkeit nicht ganz auf. Der dicke Raffim findet nämlich kurz vor der Abreise ausgerechnet das Ankh des Krokodilsgottes Suchos, das ihm zwar ungeheure Macht verleiht, aber auch ein grünliches Leuchten zur Folge hat. Dass ein Götterankh in den Händen eines Sterblichen ist, sehen die Götter natürlich gar nicht gerne. Also beauftragen sie den Stiergott Apis, sich unter die Herde zu mischen und Raffim genau im Auge zu behalten. Mit dabei ist auch die von ihm schwangere Methyer. Ein grün leuchtender Raffim + zwei riesige Kühe + ein nicht einfach zu handhabendes Völkchen, das gegen Seshmosis´ Willen beschließt, einen „kleinen“ Abstecher zu den Pyramiden (bzw. in die Hände des Pharao) zu machen, tragen nun nicht gerade zu einer angenehmen Reise bei.

Zu allem Unglück wird Seshmosis auch noch ein Prophet wider Willen, denn ein kleiner, bisher unbedeutender Gott entschließt sich dazu, die Tajarim zu begleiten und gegen Unheil zu beschützen. Und Unheil lauert im Moment an jeder Ecke/in jeder Sphäre Ägyptens. Irgendwo im Norden ärgert ein gewisser Moses mit seinem Gott den Pharao. Gerüchte um Plagen und Wetterchaos machen die Runde. Die ganze Götter- und Menschenwelt ist in Aufruhr, als Apophis und seine Schergen die Barke des Sonnengottes Re stehlen. Aber können sich die Tajarim überhaupt auf einen Gott verlassen, der nicht weiter als 100 Meter sehen und sich nicht größer als 30x30x30 cm materialisieren kann? Seshmosis zweifelt, wird aber schon bald eines besseren belehrt…

Was für ein Spaß! Ein Feuerwerk an Gags – vom Schmunzler bis zum Brüller, gespickt mit ironischen Seitenhieben auf die Götterwelt und das alte Testament, umrahmt von einer irrwitzigen Geschichte, die mit Tempo und urkomischen Einfällen erzählt wird. Nur schade, dass der Humor an einigen Stellen ein wenig flach wird (El Vis als Name für einen Sänger), das ist aber erfreulicherweise die Ausnahme. Wer genug hat von pompösen Heldengesängen, schnulzigen Liebesgeschichten und erhobenen Zeigefingern wird dieses Buch mit Freude verschlingen. Ein Lesevergnügen der ganz anderen Art!

 

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