Die schwarze Taube von Siwa

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London im Jahr 1888: Auf einer Mumienparty lernt das Ehepaar Larissa und Ernest Wood den Reiseveranstalter Thomas Cook kennen. Dankbar nehmen die beiden Fotografen sein Angebot, an einem Bildband über Ägypten mitzuwirken, an.

In ihrer Pension in Kairo lernen sie den smarten Archäologen Max Wellink kennen. Zwischen Max und Larissa, die beide aus Deutschland stammen, besteht sofort eine Verbindung – sehr zum Missfallen ihres Ehemanns Ernest, der das Treiben der beiden argwöhnisch beobachtet.

Wellink führt die beiden durch die archäologische Ausgrabungsstätte in Sakkara. Einer der Fellachen behauptet, sein Schwager wüsste den Standort des Grabes Alexanders des Großen in Siwa. Während Max und Larissa die Geschichte als Ammenmärchen abtun, ist Ernest sofort gefangen von der Idee, das sagenumwobene Grab zu finden. Ohne seiner Frau davon zu erzählen, macht er sich auf die beschwerliche Reise durch die Wüste nach Siwa.

Larissa stürzt daraufhin in große Verzweiflung. Wie kann Ihr Ehemann sie nur sitzenlassen? Ist das der Mann, den sie zu kennen glaubt? Zudem wird sie noch von schlimmen Albträumen geplagt: Gibt es einen Zusammenhang zwischen einer alten Fellachin auf dem Markt, die ihr die Zukunft vorausgesagt hat, dem Herzskarabäus, der bei der Mumienparty im Hause Cook abhanden gekommen ist und ihrem Ehemann Ernest?

Schließlich macht sie sich zusammen mit Wellink und dem ägyptischen Dienstmädchen Semirames auf den Weg nach Siwa. Doch Ernest ist nicht dort und bei den Anwohnern treffen sie auf eine Mauer des Schweigens. Was ist mit Ernest passiert? Hat er wirklich das Grab Alexanders gefunden?

Eigentlich lautet die spannendste Frage des Buches nicht, ob die Abenteurer auf das Grab Alexanders stoßen werden, sondern für wen sich Larissa entscheiden wird 😉 . Für ihren bodenständigen Ehemann Ernest, für den sie ihr Leben im Wohlstand in Deutschland aufgegeben hat oder für den verwegenen Archäologen Max, der sich trotz ihres Ehestandes auf der Stelle in die hübsche Frau verliebt hat.

Leider haben sich in der ansonsten schlüssig erzählten Geschichte einige inhaltliche Fehler eingeschlichen, wie die Sphinx von Gizeh, die von Larissa mit weiblichen Brüsten beschrieben wird oder Amun (statt Re), der durch die Unterwelt reist. (Wurde in der Neuauflage verbessert) Dafür ist es eine prima Idee, am Anfang eines jeden Kapitels eine kurze Einführung eines speziellen Themas mit einem weiterführenden Link hinzuzufügen (auch von selket.de sind einige Nachweise dabei, worüber ich mich sehr gefreut habe).

Die Geschichte liest sich sehr flüssig und hat durchaus einige spannende Momente zu bieten. Wer sich jedoch einen großen Showdown mit einer dramatischen Entdeckung des berühmten Grabes wünscht, wird enttäuscht werden. Freunde der Romantik, eingebettet in das ägyptische Leben des 19. Jh., werden an dem Buch aber bestimmt ihre Freude haben.

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