Die Tore zu Anubis Reich

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London im Jahr 1810. Durch die Straßen der Stadt fahren zwei Kutschen, deren Insassen einem Vortrag des berühmten Dichters Coleridge lauschen wollen – obwohl dieser Coleridge im London 1810 eigentlich noch nicht wirklich berühmt ist. Aber im Jahre 1984 wird er es sein! Die Insassen der Kutschen sind Zeitreisende, die sich durch eine „Spalte“ in das Jahr 1810 zurück katapultieren ließen, um diesen Dichter persönlich kennen zu lernen. Unter ihnen ist der Biograf und Schriftsteller Brendan Doyle, der von dem schwerreichen Magnaten Darrow wegen seiner Fachkenntnisse engagiert wurde.

Doch die Zeitreisenden sind von Dr. Romany beobachtet worden. Dieser Dr. Romany ist der Ka von einem gewissen Dr. Romanelli, der zusammen mit seinem Partner Amenophis Fikee und einem mysteriösen „Meister“ den Göttern Ägyptens zu alter Macht und Stärke verhelfen will. Im Weg stehen ihnen die Engländer, die Napoleon in Ägypten besiegt und die neu erbauten Götter-Tempel einfach zerstört haben. England muss vernichtet und Ägypten das Imperium von einst werden.

Doch die alten Götter Ägyptens sind gefangen in der Unterwelt, deren Tore durch einen Druck verschlossen sind. Anubis ist der Wächter dieser Tore. Durch Magie soll der schakalköpfige Gott von Amenophis Fikee Besitz ergreifen, um dann mit einem weiteren Zauber die Tore der Unterwelt wieder zu öffnen und die Götter zu befreien. Doch das Experiment misslingt. Anubis bemächtigt sich zwar des Körpers von Fikee, doch anstatt die Tore zu öffnen, entflieht er in die Nacht und treibt von da an als „Hundsgesicht-Joe“ in London sein Unwesen.

Wenig später erscheinen nun die Kutschen mit den Zeitreisenden und Romany ahnt, dass ihr Erscheinen etwas mit ihrem misslungenen Zauber zu tun hat. Er kidnappt Brendan Doyle und findet heraus, dass mehrere Spalten existieren, die jeweils zu den unterschiedlichsten Zeitabschnitten der letzten Jahrhunderte führen. Dr. Romany wittert eine neue Chance, vergangene Fehler wieder gut zu machen. Es könnte verhindert werden, dass die Engländer und der in Ägypten regierende türkische Pascha an die Macht kommen. Er muss an weitere Informationen von Brendan Doyle herankommen!

Dieser ist unterdessen sehr verzweifelt. Obwohl er es geschafft hat, sich aus den Fängen Dr Romanys zu befreien, hat er nun seine Schergen – so ziemlich die gesamte Unterwelt Londons – auf dem Hals. Und die Zeitspalte zurück in seine Zeit ist schon längst wieder geschlossen, seine Mitreisenden längst wieder zurück. Um wenigstens seine „Karriere“ als verlotterter Bettler zu beenden und einen Verbündeten gegen Dr Romanys Schergen zu haben, erhofft er sich Hilfe bei dem Dichter William Ashbless, dessen Biografie Doyle vor seiner Zeitreise vorbereitet hat. Doch obwohl er sich sicher ist, dass William Ashbless 1810 in London war, kann er ihn seltsamerweise nicht finden.

Brendan Doyle sieht nur noch einen Ausweg, um wieder zurück in seine Zeit zu kommen: sich mit Dr Romany verbünden. Doch würde seine Zeit überhaupt noch so sein wie er sie kennt, wenn Dr Romany hinter das Geheimnis der Zeitspalten kommt? Doyle glaubt seinen Ohren nicht zu trauen als er plötzlich das Lied „Yesterday“ von den Beatles auf den Straßen Londons hört. Es muss wieder jemand in die Vergangenheit gereist sein. Doch dieses vermeintliche Glück entpuppt sich für ihn schnell als ein noch größerer Albtraum – bis er auf „Hundsgesicht Joe“ trifft, vor dessen Untaten mittlerweile ganz London zittert. Und ausgerechnet durch diese Begegnung wendet sich Brendan Doyles Blatt …

Das Kultbuch „Die Tore zu Anubis Reich“, dessen heimliche Hauptperson William Ashbless auch in anderen Büchern zu Ehren kommt (sogar in einem Kochbuch), ist von der ersten bis zur letzten Seite ein Feuerwerk an witzigen Ideen und skurrilen Charakteren. Das Buch überrascht mit vielen unvorhergesehenen Wendungen. Nebenstränge und Nebencharaktere, die man zunächst als unwichtig einstuft, entfalten auf späteren Seiten des Buches ihre Bedeutung. Zwischen den Zeilen verstecken sich Hinweise, deren Tragweite erst viel später zu Tage treten. „Ach deswegen…“ war ein von mir oft benutzter Satz beim Lesen dieses Buches. Dieser Roman ist daher auch keine Geschichte nur für Zwischendurch sondern gehört durchaus in die Kategorie der anspruchsvollen Fantasy-Unterhaltung.

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