Im Schatten des Todes

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Amelia Peabody ist so ganz anders als Frauen Ende des 19. Jh. Emanzipiert und selbstbewusst lässt sie sich in keine Schublade schieben und anstatt zu heiraten, wie es sich für eine Engländerin Anfang 30 eigentlich schon längst gehört hätte, geht sie lieber auf Reisen. Hier kann sie in aller Ruhe ihrer großen Leidenschaft frönen – der antiken Geschichte.

Auf ihrem Weg nach Ägypten lernt sie das junge Mädchen Evelyn Barton-Forbes kennen, das in einer verzweifelten Lage steckt. Sie hat ihr wohlbehütetes Zuhause bei ihrem Onkel verlassen, um mit einem Italiener durchzubrennen. Doch schon bald erkennt die junge Frau, dass ihr Liebster weniger ein Auge auf sie, denn ein Auge auf ihr Geld geworfen hat. Und als Evelyn alle Ersparnisse aufgebraucht hat, lässt er sie mittellos sitzen und sie landet schließlich auf der Straße, wo sie von Amelia in einem erbärmlichen Zustand aufgelesen wird. Amelia hat Mitleid mit dem armen Ding und da ihre Reisebegleitung eh erkrankt ist, entschließt sie sich kurzerhand, Evelyn mit nach Ägypten zu nehmen.

Ihre erste Zwischenstation ist Kairo, wo sie auf den Start ihrer Dahabiye warten, die sie über den Nil bis nach Oberägypten bringen soll. Bis zu ihrer Abreise vertreiben sich die beiden Frauen die Zeit mit den dortigen Sehenswürdigkeiten wie den Pyramiden und dem Ägyptischen Museum. Dort lernen Evelyn und Amelia zwei seltsame Männer kennen. Den Archäologen Radcliffe Emerson und seinen Bruder Walter, die beide unterschiedlicher kaum sein könnten. Der Bruder gewinnt wegen seiner charmanten Art schon bald die Aufmerksamkeit der schönen Evelyn, während der brummige Radcliffe Emerson (der nur mit seinem Nachnamen Emerson angesprochen wird) und Amelia Peabody ständig aneinandergeraten.

Alle vier werden sich kurze Zeit später in Amarna wiedertreffen, wo Emerson und sein Bruder gerade Ausgrabungen machen. Doch Amelia und Evelyn sind nicht die einzigen, die dort ankommen. Evelyns Cousin Lucas, der das Vermögen des mittlerweile verstorbenen Onkels geerbt hat, reist den beiden hinterher, um Evelyn seine Aufwartung zu machen – sehr zum Missfallen von Walter und Amelia, die dem arroganten Schnösel wenig abgewinnen können. Doch nicht nur Walter und Lucas schenken ihre Aufmerksamkeit der schönen Evelyn, sondern auch eine seltsame Mumie, die nachts die Truppe heimsucht und ein unheimliches Interesse an Amelias Freundin zu haben scheint…

Die Bücher über Amelia Peabody sind mittlerweile Kult und verfügen über eine große Fangemeinde, insbesondere in Amerika. Es ist weniger die Handlung, welche die Bücher so faszinierend macht, sondern die wunderbaren Charaktere. Die drei Hauptpersonen dieses Buches, die sanftmütige und zerbrechliche Evelyn, die schlagfertige und forsche Amelia und der starrköpfige und schnoddrige Emerson, geben ein wunderbares Ensemble ab. Besonders die Schlagabtäusche der beiden, auf den ersten Blick so unterschiedlichen Personen, Peabody und Emerson, sind einfach nur erfrischend komisch.

Die Handlung selbst ist mäßig spannend und die Auflösung der Mumien-Geschichte wenig überraschend. Dennoch sorgt die Hauptperson Amelia Peabody in diesem und in den Folgebüchern für ein erfrischendes Lesevergnügen, das jeder Ägypten-Interessierte auf sich nehmen sollte.

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