Hieroglyphen lesen und schreiben: In 24 einfachen Schritten

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Hieroglyphen lernen mal ein wenig anders. „Hieroglyphen lesen und schreiben“ geht einen anderen Weg als die bisher vorgestellten Hieroglyphen-Bücher. Man lernt nicht die Grammatik Schritt für Schritt sondern lernt die Grammatik anhand von Beispielen und Hintergrundinformationen über Leben und Kultur der alten Ägypter. Dabei werden ihre wichtigsten „Lebensräume“ – Haus, Palast, Tempel und Grab – behandelt. In den jeweiligen Kapiteln befinden sich die dazu passenden Vokabeln, neue Konsonanten-Zeichen und ein Grammatikteil.

Zum Ende eines jeden Kapitels kann sich der Lernenende dann auf die Übungen stürzen, und die sind hier wirklich vorbildlich vorbereitet. Es gibt viele Tempelreliefs zu übersetzen, die auch normale Touris zu Gesicht bekommen. Die Reliefs und Stelen werden nicht nur präsentiert, sondern auch die Darstellung und Bedeutung beschrieben. Also perfekt, um bei der nächsten Ägypten-Reise mal so richtig anzugeben 😉

Schnödes Übersetzen ist jedoch nicht die einzige Aufgabe, die Michael Höveler-Müller den Lernenden stellt, sondern man muss auch grammatikalische Fragen zu den Texten beantworten. Eine gute Methode, um sich zu vergewissern, ob man auch alles verstanden hat.

Der Autor weist in seinem Vorwort darauf hin, dass die Grammatik auf ein „operatives Minimum“ heruntergeschraubt ist, was nur zum Teil stimmt. Einige Grammatikgrundlagen wurden zwar ausgelassen, doch dafür finden sich in anderen Kapitel Ausnahmen und Alternativen wieder, die man für eine Grammatikgrundlage meiner Meinung nach ruhig hätte weglassen können. Manchmal ist weniger mehr.

Diese Ausnahmen befinden sich, neben den üblichen Erklärungen und Hinweisen, in teilweise recht langen Fließtexten. Obwohl der Autor eine leicht verständliche Schreibweise hat, muss man die Texte mit der teils recht komplexen Grammatik daher sehr aufmerksam und konzentriert lesen. Manchmal auch mehrfach, um den Sinn zu verstehen. Da hätte ich mir eine klarere Strukturierung gewünscht.

Im Vorwort betont der Autor zwar, dass er sich nicht auf eine spezielle „Sprachstufe“ festlegen möchte, doch beinhaltet das Buch fast ausschließlich die Grundlagen des klassischen Mittelägyptisch. Da sich religiöse Inschriften im Laufe der Jahrhunderte aber wenig verändert haben, kann man mit der vorliegenden Grammatik Texte aus dem Alten, Mittleren und Neuen Reich lesen.

Ein Hieroglyphen-Buch für Anfänger und Fortgeschrittene, das mal etwas andere Wege geht und sich insbesondere durch seine ausgeklügelten Übungsteile von anderen Büchern abhebt. Wer das Buch konzentriert durcharbeitet, kann am Ende einige einfache bis mittelschwere Tempelinschriften lesen.

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