Schwangerschaft und Geburt

Schwangerschaftstest und Empfängnisverhütung

Bin ich schwanger?

Um diese Frage zu beantworten, gab es verschiedene Möglichkeiten. Natürlich war das Ausbleiben der Periode meist ein sicheres Zeichen für eine Schwangerschaft. Um nun aber ganz sicher zu gehen, führten die Frauen einige Tests durch. Sie bestanden darin, den Puls zu messen, eine eventuelle Vergrößerung der Brüste festzustellen und die Farbe der Haut zu begutachten.

Der Gersten- und Emmer-Test

Ein weiterer Schwangerschaftstest, der in Ägypten weit verbreitet war, bestand darin, jeden Tag auf zwei Säckchen zu urinieren. Im ersten fanden sich Samen der Gerste, in dem anderen lagen Emmerkörner. Wenn die Samen keimten, war die Frau schwanger. Und sogar das Geschlecht des zukünftigen Kindes sollte dieser Test vorhersehen. Spross zuerst die Gerste, war es ein Junge. Keimte als Erstes der Emmer, so stand die Geburt eines Mädchens ins Haus.

Lieber ein Junge oder ein Mädchen?

Den Ägyptern war es übrigens egal, ob sie nun einen Jungen oder ein Mädchen bekamen. Das war nicht selbstverständlich, denn in anderen antiken Kulturen, wie in Rom oder in Griechenland, wurden Mädchen auch mal „beiseite geschafft“ weil die Eltern die Mitgift für eine spätere Hochzeit des Mädchens nicht tragen konnten oder wollten. Da in Ägypten aber in der Regel männliche Nachkommen für den Totenkult der Eltern vorgesehen waren, freuten sie sich ein kleines bisschen mehr über die Geburt eines Jungen.

Lieber doch kein Kind – Mittel zur Empfängnisverhütung

Obwohl jede Ägypterin von einem reichen Kindersegen träumte, gab es sicherlich auch Situationen, in denen es besser war, nicht schwanger zu werden. Der Erfolg der meisten beschriebenen Methoden war eher dürftig. Doch einige Mittel könnten durchaus ihren Sinn und Zweck erfüllt haben.

Honig und Krokodildung

Ein klebriges Gemisch aus Honig und Natron könnte tatsächlich den einen oder anderen Samen aufgehalten haben. Ein Mittel aus Krokodildung, das ebenfalls für Empfängnisverhütung empfohlen wurde, hatte wahrscheinlich den gleichen Effekt.

Akazienspitzen

Ein anderes Verhütungsmittel bestand u.a. aus Akazienspitzen, die in einer Art Tampon eingeführt wurden. Akazien enthalten Gummi arabicum, das an seinem ägyptischen Bestimmungsort Milchsäure produzierte, die auch heute noch den Ruf hat, Spermien abzutöten.

Verhütung war übrigens Sache der Frau. Männer hatten damit nichts am Hut bzw. es gab keine probaten Mittel für den Mann.