So sahen die Ägypter aus

Frisuren und Schmuck

kurze Haare und Perücken

Die bessergestellten Ägypter haben bestimmt Stunden aufgewendet, um sich für ein Festbankett oder andere besondere Anlässe zurechtzumachen. Besonders aufwändig war das Styling der Haare (wohl dem, der eine Perücke besaß), die im alten Ägypten als besonders erotisch galten. Doch auch auf die Schminke, besonders um die Augen herum, und – bei dem heißen Klima kein Wunder – auf den Körperduft legten die Ägypter viel wert.

Aufwändige Frisuren

Frauen und Männer der Unterschicht trugen ihr Haar wahrscheinlich in der Regel kurz, damit es weder bei der Arbeit hinderlich war, noch die ägyptische Hitze unter einer dicken Haartracht zu unangenehmen Schweißausbrüchen führte. Bei besonderen Anlässen trug die Mittel- und Oberschicht Perücken aus Menschenhaar. Etwas billiger war eine Mischung aus Pflanzenfasern und Menschen- seltener auch aus Tierhaaren.

Die Frau des Userhat trägt eine aufwendig angefertigte Perücke, bei der im unteren Bereich sogar blonde Haare hervortreten Grab des Userhat (TT51), Theben-West Neues Reich, 18. Dynastie

Die Frau des Userhat trägt eine aufwendig angefertigte Perücke. Im unteren Bereich kringeln sich sogar blonde Haare. Grab des Userhat (TT51), Theben-West
Neues Reich, 18. Dynastie

Der dreiseitige Schnitt

Die Perückenstile variierten je nach Modegeschmack und Epoche. Bei Frauen sehen wir oft den dreiseiten Schnitt. Dafür wird die Perücke (bzw. die eigenen Haare) in drei Hälften geteilt, wobei die Seitenpartien über die Schulter hingen. Die Haare konnten geflochten, in Strähnen oder mit Ringellöckchen frisiert werden.

Die gescheitelte Löckchenperücke

Die gescheitelte Löckchenperücke war teilweise sehr ausladend und bestand aus hunderten von Löckchen. Sie muss sehr schwer auf dem Haupt der Trägerin gesessen haben. Noch schwerer wurde sie durch die Verwendung von Bienenwachs und Harz, das als eine Art antikes Gel genutzt wurde, um die Frisur zu festigen.

Die nubische Perücke

Im Neuen Reich kam die so genannte „nubische“ Perücke in Mode, eine kugelförmige Haartracht mit spitz auslaufenden Enden, die über die Schulter hingen.

Ob die 70 Haarextensions, die in mehreren Schichten und Höhen zu einer aufwendigen Frisur zusammengebunden waren, der Dame aus Amarna zu Lebzeiten ihren Kopf beschwerten oder sie nur für ihr Leben nach dem Tod so frisiert wurde, müssen erst noch weitere Untersuchungen zeigen. Im Jahr 2014 untersuchte die Archäologin Jolanda Bos mehrere Schädel aus Echnatons alter Hauptstadt Achetaton (heutiges Amarna). Besonders beliebt waren, neben Haarverlängerungen, Frisuren mit Ringel- und Spirallöckchen an den Ohren. Viele trugen schulterlange Zöpfe die aus drei Strähnen zusammengeflochten waren. Fett sorgte für einen gutes Hairstyling und eine Dame könnte gar ihr graues Haar mit rotem Henna gefärbt haben. Man darf gespannt sein, was Amarna noch für Frisurgeheimnisse der alten Ägypter preisgeben wird.
Foto: Jolanda Bos und Lonneke Beukenholdt

 

Haarschmuck

Als Haarschmuck nahm man Diademe, Blütenkränze, Kämme aus Elfenbein, Ringe, Bänder oder dekorative Gewichte, die in die Zopfenden geflochten wurden. Eine Perücke aus dem Neuen Reich enthielt 900 Goldrosetten, die fast die gesamten Haare verdeckten.

Frisuren für Männer

Auch Männer trugen mit kleinen Zöpfchen verzierte Haartrachten oder eine Löckchenperücke. Manchmal wurden beide Varianten auch kombiniert. Besonders eitel war Pharao Ramses II., der sich seine ergrauten Haare mit Henna rot färben ließ.

Schmuck

Schmuck trugen sowohl Männer als auch Frauen. Reifen an Hand- und Fußgelenken, Ringe, Ohrringe, Ketten, Pektorale, Diademe, Bänder und die breiten Halsketten, die wir bei fast jeder Abbildung bewundern können.