Chons

Mondgott und Mitglied der Triade von Theben

Der Gott Chons durchfuhr im Laufe der Zeit viele Wandel. In den Pyramidentexten wird seine Aufgabe im so genannten „Kannibalen-Hymnus“ als Helfer des Pharaos beschrieben. Dieser muss – laut dem Text – die Götter fangen und erschlagen, damit er ihre göttliche Kraft aufnehmen kann.

In späterer Zeit war er der Gott der Geburt, der die Schwangerschaft bei Frauen und die Trächtigkeit bei Tieren beeinflusste.

Der Gott Chons - hier mit Falkenkopf - hält dem Pharao ein ankh- und was-Symbol als Zeichen für Leben und Macht an den Mund Tempel von Abydos Neues Reich, 19. Dynastie

Der Gott Chons – hier mit Falkenkopf – hält dem Pharao ein ankh- und was-Symbol als Zeichen für Leben und Macht an den Mund
Tempel von Abydos
Neues Reich, 19. Dynastie

Chons

Chons erhält ein Weihrauchopfer. In seinen Händen trägt er gleich vier Zepter: den Krummstab und Wedel, in der Mitte das was-Zepter mit dem stilisierten Tierkopf sowie einen Stab mit den Hieroglyphen für Leben (ankh) und Dauer (djed).
Tempel von Abydos
Neues Reich, 19. Dynastie

Die Triade von Theben

Chons ist auch heute noch durch die Triade von Theben (das heutige Luxor) bekannt, in der er das göttliche Kind von Amun und Mut ist. Nicht nur in Theben, sondern im ganzen Land verehrten die Ägypter ihn hauptsächlich als Mondgott. Doch im Tempel von Karnak besaß er auch viele weitere Formen, wie Chons pa-cheret („Chons das Kind“) oder Chons heseb ahau („Berechner der Lebensspanne“). In seiner letzten Eigenschaft kontrollierte er das Schicksal der Welt und wie Thot bestimmte er die Zeitrechnung.

Chons als Schutz- und Heilgott

Chons galt zudem als Schutzgott gegen wilde Tiere, und die Menschen beteten zu diesem Zweck ein Abbild von ihm an, das ihn auf einem Krokodil stehend zeigt.
Als Gott der Heilkünste war er in allen Bevölkerungsschichten sehr beliebt und Ptolemaios IV. ließ nach überstandener Krankheit verkünden, er sei von Chons selbst geheilt worden.

Darstellung

Als Haartracht trägt Chons eine Jugendlocke, die ihn als Kind bzw. jugendlichen Gott ausweist. An seinem Kinn trägt er den geschwungenen Götterbart und sein Körper ist in ein enges Gewand gehüllt. Um seinen Hals hängt eine schwere Kette, die ein Gegengewicht in Form eines umgedrehten Schlüssellochs hat. Oft trägt er Krummstab und Geißel.

Weitere Darstellungen zeigen Chons mit einem Falkenkopf, so wie ihn auch viele andere Himmelsgötter haben. Seltener sieht man ihn als Pavian, ein typisches Tier der Mondgötter.
Als Kopfschmuck trägt er Abbilder des Mondes – unten die Sichel des Neumondes, oben den Vollmond.

Der Name Chons

Sein Name wurde wahrscheinlich vom Verb chenes – „durchwandeln“ abgeleitet, womit der Lauf des Mondes gemeint sein könnte.

Chons in Hieroglyphen

Chons in Hieroglyphen

Weitere Namensformen

Chonsu, Khons, Khonsu, Khensu

Erste Erwähnung des Namens

In den Pyramidentexten

Familie

In Theben war er der Sohn von Amun und Mut, in Kom Ombo wurde er als Sohn des Sobek und der Hathor verehrt. Eine seltsame Verbindung existierte in Edfu, wo er den Titel „Sohn des Beines“ trug. Dieser Titel bezieht sich auf den Totengott Osiris, denn der Legende nach soll dieser Teil seines Körpers dort gefunden worden sein.

Orte/Zeiten der Verehrung

Chons wurde in ganz Ägypten verehrt und überall im Land besaß er Heiligtümer. Das bekannteste liegt auch heute noch im Karnak-Tempel und wurde in der 20. Dynastie von Ramses III. angefangen.