Month

Kriegsgott aus Theben

Month war die Verkörperung der siegreichen Lebenskraft des Pharaos.

Der Gott tauchte schon in den Pyramidentexten auf, wenn der tote König als Month in den Himmel steigen sollte. Seinen Aufstieg als Kriegsgott hat er den in Theben herrschenden Königen der 11. Dynastie zu verdanken. Vier Herrscher aus dieser Zeit nannten sich nach dem Gott: Mentuhotep („Month ist zufrieden“). Seine Verehrung ging sogar soweit, dass er als als oberägyptischer Gegenpart zu Re in Heliopolis angesehen wurde.

month

Der Gott Month
Karnak-Tempel
Mittleres Reich

Months Macht schwindet

Mit dem Aufstieg Amuns kam der Fall Months. Der Gott genoss weiterhin Verehrung, doch stand er nun im Schatten des neuen Reichsgottes Amun. Month wird aber trotzdem offen als „Herr von Theben“ angesprochen. Als Kriegsgott verglichen sich kampfbereite Pharaonen, die „wie Month in seiner Kraft“ sind, aber weiterhin gerne.

Month führt den Pharao vor Amun-Re, der ihn in seiner Bedeutung abgelöst hat Tempel von Luxor

Month führt den Pharao vor Amun-Re, der ihn in seiner Bedeutung abgelöst hat
Tempel von Luxor

Month in der Unterwelt

Nicht nur Pharao und Krieger stand er hilfreich beiseite, sondern er bezwang auch die Feinde des Sonnengottes Re bei seiner gefährlichen Fahrt durch die Unterwelt.

Der heilige Buchis-Stier war die Inkarnation des Gottes Month Tempel von el-Tod

Der heilige
Buchis-Stier war die Inkarnation des Gottes Month
Tempel von el-Tod

Der heilige Buchis-Stier

Der heilige Buchis-Stier war die göttliche Inkarnation des Gottes. Der Stier musste ein weißes Fell mit schwarzem Kopf als besonderes Merkmal aufweisen. Dafür verehrten die Priester ihn wie einen Gott und bestatteten ihn nach seinem Tod in einem Sarkophag. Im oberägyptischen Armant stand das Bucheum, in dem die heiligen Stiere ab der 30. Dynastie mit allen Ehren beigesetzt wurden.

Darstellung

Der Gott Month war ursprünglich ein Falkengott, er wurde aber auch als Stier oder als stierköpfiger Mann dargestellt. Auf seinem Kopf trägt er eine Sonnenscheibe mit einem hohen Federnpaar.

Eine Zeremonialaxt aus dem Grabschatz der Königin Ahhotep zeigt Month als geflügelten Greifen, der über dem Pharao Ahmose einen Feind erschlägt.

Der Name Month

Month ist die griechische Bezeichnung des Gottes, der im altägyptischen Mntju geschrieben wurde. Die Bedeutung des Namen ist unbekannt. Vielleicht leitet sich der Name von den Wörtern „fesseln“ (= „Der Fessler“) oder „verdörren, verbrennen, versengen“ usw. (=“der Dörrer“ als Verkörperung der verbrennenden Kraft der Sonne Re) ab.

Month in Hieroglyphen

Month in Hieroglyphen

Weitere Namensformen

Ment, Menthu, Montu, Mont, Montju

Erste Erwähnung des Namens

In den Pyramidentexten

Familie

Seine Gattinen waren die thebanischen Göttinnen Tjeneniet und Iunit.

Wegen seiner Verbindung zu Re wurde auch dessen weibliches Gegenstück Rait-taui als seine Frau angesehen. Mit ihr zeugte er das Kind Har-p-Re.

Month konnte auch als Sohn des Sonnengottes verehrt werden.

Verbindungen mit anderen Göttern

Die wichtigsten Verbindungen bestanden mit den Göttern Re und Amun, woraus Namen wie Month-Re oder auch Month-Re-Amun bzw. Amun-Month-Re entstanden, je nach persönlicher Vorliebe des Auftraggebers.

Auch mit anderen Kriegsgöttern, wie dem syrisch-palästinischen Gott Reschef, wurde er verschmolzen.

Die Griechen setzten ihn mit ihrem Gott Apollon gleich.

Orte/Zeiten der Verehrung

Im thebanischen Gau hatte Month vier wichtige Heiligtümer.

Medamud

Nordöstlich des modernen Luxor erstreckte sich einst der Tempel von Month. Die Grundsteinlegung erfolgte unter Sesostris III. im Mittleren Reich. Erweiterungen folgten im Neuen Reich und in der ptolemäischen Zeit

Karnak

Im nördlichen Karnak-Bezirk besaß der Gott, „Herr von Theben“, ebenfalls ein Heiligtum

Armant (Hermonthis)

Hier befand sich ursprünglich das bedeutendste Heiligtum. Leider existieren von dem Tempel nur noch Bilder aus dem frühen 19. Jh., bevor er als Steinbruch für den Bau einer Zuckerfabrik herhalten musste.

In Armant befand sich auch das Bucheum (siehe oben)

el-Tod (altägypt. Djerti, „Stadt des Falken“)

Dem „Herrn von Djerti“ errichteten Pharaonen des Mittleren Reiches einen Tempel, der im Neuen Reich und der ptolemäischen Zeit erweitert wurde. Hier fanden Archäologen 1936 den berühmten Schatz von el-Tod aus der Zeit Amenemhats II. (12. Dynastie). Die vier Schatztruhen mit diplomatischen Geschenken aus Syrien, der Ägäis und Mesopotamien sind heute in Paris und Kairo ausgestellt.

Die wenigen Überreste des Tempels, die heute noch zu sehen sind, stammen aus der griechisch-römischen Zeit.

Eine der wenigsen Überreste vom alten Month-Tempel in Armant (Hermonthis) Foto: Friedirich Graf

Eine der wenigsen Überreste vom alten Month-Tempel in Armant (Hermonthis)
Foto: Friedirich Graf

Das Fest des Month

Vom 26. – 28. Pophi fand in Theben das Fest des Month statt. Das Gottesbild wurde von seinem Tempel in Medamud in den Königspalast geholt, wo anschließend ein Festmahl zu Ehren des Gottes stattfand. Am nächsten Tag wurde das Abbild des Gottes wieder zurück in seinen Tempel gebracht. Später, vermutlich ab der 18. Dynastie als Amun Month in seiner Bedeutung ablöste, fand das Fest nur noch in Medamud statt.