Sachmet

„Die Mächtige“

Sachmet war eine mächtige Göttin, die insbesondere wegen ihrer Zerstörungswut bekannt war.


In dem Mythos von der Vernichtung der Menschheit schickte Re seine Tochter Sachmet (manchmal auch Hathor) auf die Erde, um die aufmüpfig gewordenen Menschen zu bestrafen. Die Situation eskalierte und Sachmet tötete fast die gesamte Menschheit. Ihre Macht über Leben und Tod ließ sie aber auch zu einer mächtigen Schutzgottheit werden.

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Die Göttin Sachmet Tempel von Philae

Die Göttin Sachmet
Tempel von Philae

Kriegsgöttin und Schutzgöttin des Pharaos

Die Göttin Sachmet galt als Symbol des unbesiegbaren und heroischem Pharaos im Kampf. Schrecken und Angst sollte sie vor den Feinden des Pharaos verbreiten und um dies zu untermauern, gaben die Ägypter ihr so kriegerische Beinamen wie „Peinigerin der Nubier“.

Feuer spie sie gegen ihre Feinde

Sachmet heißer Atem waren die Wüstenwinde und Feuer spie sie gegen die Feinde des Pharaos. Auf einer Darstellung von Ramses II. Schlacht von Kadesch, verbrennen ihre Flammen die Glieder der Hethither. So wird sie auch gerne mit der feuerspeienden Uräus-Schlange an der Krone des Pharaos gleichgesetzt, die den Pharao gegen alle „die ihn hassen“ schützen soll. In den Pyramidentexten gilt sie als Mutter des Pharaos, die ihn säugt und führt.


Durch ihren mächtigen Fähigkeiten Feinde zu vernichten, war sie zudem für den Schutz von Res Sonnenbarke und dem Totengott Osiris zuständig.

„Herrin des roten Leinens“

Ihr Beiname „Herrin des roten Leinens“ steht entweder für ihr Heimatland Unterägypten, kann aber auch mit ihrem kriegerischen Aspekt assoziiert werden und für ein vom Blut der Feinde rot getränktes Kleid stehen. Ihr Kleid ist auf ihren Darstellungen daher meistens rot abgebildet.

Göttin der Krankheiten aber auch der Heilung

Seuchen sollen durch Sachmets „Boten“ Unheil über die Menschen gebracht haben. Da die Göttin die Krankheiten aussandte, konnte sie diese nach dem Glauben der alten Ägypter aber auch wieder heilen. So flehte man die Göttin um Heilung von den von ihr verursachten Krankheiten an.

Priester der Sachmet

Die Priester der Sachmet waren für den magischen Aspekt bei der Heilung von Kranken zuständig. Während ein Arzt den Patienten „normal“ behandelte, rezitierten die Sachmet-Priester Formeln und erflehten den Beistand der Göttin.

Doch nicht nur Heilung wurde erbeten, sondern auch Schaden gegenüber bösen Mächten und anderen Menschen. Einer der Verurteilten, die bei der Haremsverschwörung von Ramses III. mitwirkten, war ein Priester der Sachmet. Durch Schadenzauber könnte er versucht haben, den Pharao zu töten (was auch gelang).

Sachmet-Statue im Tempel von Ptah Karnak-Tempel

Sachmet-Statue im Tempel von Ptah
Karnak-Tempel

Viele Sachmet-Statuen

Amenophis III. spendete hunderte von Sachmetstatuen dem Mut-Tempel, der im südlichen Bezirk des Karnak-Tempels steht. Auch in seinem Totentempel in Theben-West errichtete er viele Statuen der Göttin. Forscher vermuten, dass jede Statue an einem bestimmten Tag des Tages angebetet und vor ihr geopfert wurde. Vielleicht sollten sie aber auch nur großes Unheil abwehren, wie die Pest, die wahrscheinlich zu dieser Zeit wütete und etliche Opfer forderte.

Am Neujahrstag verschenkten die Ägypter Amulette der Göttin Sachmet und Bastet, um dem Träger Glück zu bringen und die beiden Göttinnen zu besänftigen.

Ruf als unheilvolle Göttin bis heute

Ihr Ruf als unheilbringende Göttin hallt noch bis in jüngster Zeit. Anfang des 20. Jahrhunderts verbreitete eine des Nachts umherirrende und Kinder mordende Sachmet-Statue Angst und Schrecken. (siehe „Von Flüchen in Gräbern“) Einheimische zerschlugen die Statue schließlich, die heute noch im Ptah-Tempel in Karnak steht.

Darstellung

Abbildung der Sachmet im Tempel von Medinet Habu Theben-West Neues Reich, 19. Dynastie

Abbildung der Sachmet im Tempel von Medinet Habu
Theben-West
Neues Reich, 19. Dynastie

Die Göttin Sachmet wurde mit einem weiblichen Körper und mit dem Kopf eines Löwen dargestellt. Normalerweise trägt sie eine lange Perücke und eine Sonnenscheibe auf dem Kopf.

Darstellungen mit der Doppelkrone Ober- und Unterägyptens zeigen sie in ihrer Eigenschaft als Göttin Mut-Sachmet (siehe unten).

In ihren Händen kann sie das ankh-Zeichen und ein Papyrus-Zepter tragen. Letzteres wegen ihrer Beliebtheit in Unterägypten, insbesondere in Memphis.

Seltener wird sie komplett als Löwe dargestellt

Der Name Sachmet

Der Name Sachmet bedeutet „Die Mächtige“

Sachmet in Hieroglyphen

Sachmet in Hieroglyphen

Weitere Namensformen

Sechmet, Sakhmet, Sekhmet

Erste Erwähnung des Namens

In den Pyramidentexten

Familie

Zusammen mit ihrem Gemahl Ptah und dem Sohn Nefertem gehört sie zur Triade von Memphis.
Tochter des Re

Verbindungen mit anderen Göttern

In ihrer Eigenschaft als „Auge des Re“ wurde Sachmet mit der Göttin Hathor gleichgesetzt, die dieselbe Eigenschaft besaß.
In Theben wurde sie zum negativen Aspekt der Göttin Mut, der Gemahlin Amuns.
Mit anderen Löwen- und Katzengöttinnen wie Tefnut, Pachet und Bastet wurde sie ebenfalls verbunden.

Orte/Zeiten der Verehrung

In Memphis lag ihr Hauptkultzentrum. Aber auch in vielen anderen Tempels Ägyptens sieht man die Göttin, wie in Abusir oder in Kom el-His, im westlichen Delta, wo eine Sachmet-Hathor verehrt wurde.