Ägyptomanie heute
Auch wenn es heute vielleicht nicht mehr so richtig auffällt, aber die
Ägyptomanie ist immer noch in den Köpfen der Leute. Zahlreiche Menschen besuchen noch
heute die ägyptischen Ausstellungen in aller Welt. 860 000 Besucher
bestaunten vom 04. November bis 01. Mai 2005 in der Kunst- und
Ausstellungshalle Bonn die Schätze Tutanchamuns. Rekord!
Etliche Touristen pilgern wieder zu
den Stätten der Pharaonen. In so manchen Geschäften findet man immer noch Dinge mit
ägyptischen Motiven und auf Weihnachts- und Jahrmärkten kann man noch den einen oder
anderen Verkäufer altägyptischer Repliken finden.
Bücher über das alte Ägypten finden immer noch reißenden Absatz (wie zuletzt der
Ramses 5-Teiler von Christian Jacq) und im Kino feierte der Film "Die Mumie" ein
neues Revival.
In Amerika, im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, kann man sich sogar nach dem Tod
einbalsamieren lassen. Ein Mann namens Summum Bonum Amon Ra, ansässig in Salt Lake City
und von den Göttern berufen (wie er selbst sagt), kann aus euch eine waschechte Mumie
machen. Und das für schlappe 60 000 Euro! Und so schrumpelig wie die altägyptischen Mumien
heute aussehen, wird man nach Angaben Summum Bonum Amon Ras aber nicht, denn er arbeitet
mit den neuesten Forschungsmethoden: mit Formaldehyd nämlich bleibt der Körper schön
rosig und saftig. Mit dieser Methode wurde auch schon der alte Lenin
"konserviert". Zum Schluss (im wahrsten Sinne des Wortes) bekommt man noch eine
Mumienmaske auf die Stirn gepappt und mit einem einfachen oder prunkvollen Sarkophag (je
nach der Größe der Geldbörse) geht es ab in ein Felsengrab, wo man die nächsten
etlichen tausend Jahre bleiben wird. Und wer weiß: vielleicht werden in 5000 Jahren
Archäologen die Felsengräber finden. Da werden sie ein ganz schönes Rätsel zu lösen
haben. Vielleicht aber auch nicht, denn die Ägyptomanie hat auch die ersten
5000 Jahre
überstanden.

Bettwäsche mit Tutanchamun
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