Kinder des Nils

Endlich, endlich. Lange haben wir Häuslebauer auf einen neuen Pharao-Nachfolger gewartet! Und da ist er nun. Aber es ist auch nur auf dem ersten Blick alles wie bei Pharao geblieben.

Es geht immer noch darum eine prächtige Stadt aufzubauen und die Bevölkerung bei Laune zu halten. Das Spielkonzept ist aber um einiges komplexer und realitätsnaher geworden. Bei Pharao baute man ein paar Häuser und sorgte dafür, dass die Bevölkerung genug zu essen, einen Job, einen Tempel zum beten und gute Unterhaltung hatten. Bei Kinder des Nils muss der Spieler ein komplexes Verwaltungssystem aufbauen. Ein Beispiel: Um Gebäude zu bauen bedarf es nun an Ziegelmachern und Maurern. Die brauchen  einen Bäcker um ihre Nahrung zu bekommen, der Bäcker holt sich die Nahrung von der Ernte, die die Bauern eingeholt haben und die Felder der Bauern werden von den Adligen und von dem Palast verwaltet usw. Klingt kompliziert, ist aber eigentlich ganz logisch aufgebaut. Auch kann man nicht mehr erwarten, dass sofort Leute da sind, die in dein gebautes Haus einziehen. So z.B. bei einer Schule - ein Lehrer muss erst ausgebildet werden. Also: ein Priesterhäuschen bauen, warten bis sich ein "Wunderkind" aus einen der nobleren Gegenden entwickelt, ihn unterrichten lassen und später die Absolventen als weitere Priester oder Schreiber einsetzen und ihnen verschiedene Aufgabenbereiche zuteilen.

Wie bei Pharao wird auch bei Kinder des Nils nicht viel Wert auf militärische Aktionen und Eroberungen gelegt (ist ja auch ein Städteaufbauspiel). Oberste Priorität für den Pharao (also für uns) ist die Zufriedenheit der Bevölkerung. Die Haushalte bestehen aus Vater-Mutter-Kind wobei jedes Familienmitglied eine bestimmte Aufgabe hat. Jede Familie kann man in hübscher 3-D Grafik beobachten. Dabei sieht man sie arbeiten, spielen, nachdenken oder quatschen (mit teilweise witzigen Sprüchen). Aber wehe ihnen missfällt etwas! Wenn bestimmte Dinge oder Dienstleistungen nicht vorhanden sind, wird sofort gemeckert und ein übles rotes Symbol verrät uns, was der Grund dafür ist. Wenn zu viele Dinge aufleuchten, kehren sie der Stadt auch mal schnell den Rücken zu oder demonstrieren vor dem Palast. Fingerspitzengefühl ist gefragt, denn es bringt rein gar nichts die Gegend mit Händlern zuzupflastern wenn zu wenig 'einfache Waren' bemeckert werden. Wenn die Händler nämlich zu wenig verkaufen, verlassen sie ihren Laden und schlagen ihre Zelte als Vagabunden irgendwo in der Nähe der Reichen auf, um ihre Lebensmittel zu erbetteln. Man sollte also schon umsichtig bauen und Angebot und Nachfrage anpassen. Es ist eh schwierig alle Bedürfnisse der Bevölkerung zu erfüllen. Manchmal ist es auch nicht ganz deutlich was der Haushalt denn nun gerne haben möchte. Wenn er zu wenig einfache Waren bemeckert, heißt es dann er möchte mehr Matten, mehr Körbe? Das hätten die Entwickler noch mal genauer kennzeichnen sollen.

Es gibt Händler, die mit einfachen Waren, wie Töpferwaren oder Matten handeln (ein Laden = ein Produkt) und Händler die Luxusgegenstände an die Oberschicht verkaufen. Natürlich kann man Waren auch importieren, aber um Handelsrouten zu eröffnen oder neue Regionen zu erforschen bedarf es schon einiges an Nahrungsmittel, Ziegel, Papyri oder eben auch an Prestige (einige Statthalter empfangen ja nicht jeden Hanswurst). In Geld, bzw. Gold wird übrigens nicht gerechnet. In den meisten Fällen wird mit Nahrungsmittel bezahlt bzw. werden Feldfrüchte eingezogen (Steuern).

Prestige heißt das Zauberwort in diesem Spiel. Als Pharao strebt man natürlich Beliebtheit beim Volke und Ruhm über die Grenzen hinaus an. Prestige kann man durch Erbauen von Statuen und Stelen gewinnen, durch Eroberungen oder Expeditionen ins Umland und durch den Bau von Grabstätten. Natürlich fehlt der Pyramidenbau auch hier nicht, wobei er, je nach Größe der Pyramide, sich genauso quälend hinzieht wie schon bei Pharao. Aber es geht auch nicht um Schnelligkeit bei dem Spiel, sondern darum eine florierende Stadt mit zufriedenen Menschen zu bauen. Ist zu wenig Prestige da, wird sich kein Bessergestellter bei euch sehen lassen, geschweige denn in die dafür vorgesehenen Häuser einziehen
 

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Erscheinungsdatum: 2005
Homepage: http://www.
children-of-the-nile.
com

ASIN: B00064LJS2

 

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Es empfiehlt sich dringend zuerst das Tutorial durchzuspielen, bei dem Schritt für Schritt der Aufbau einer Stadt erklärt wird. Aber auch danach  musste ich 4x die Kampagne neu starten, bis ich den Aufbau einer Stadt begriffen hatte. Wer braucht was? Wer ist von wem abhängig? Wo fange ich zu bauen und wo befinden sich wichtige Ressourcen, die ich brauche? Das waren die häufigsten Fragen, die ich mir anfangs (und auch teilweise jetzt noch) gestellt habe. Die beiliegende Anleitung ist mehr als dürftig. In dem Spiel selbst ist aber eine Hilfe eingebaut, die ihren Namen größtenteils alle Ehre macht.
Gerade am Anfang werden wegen der Komplexität viele dem simplen Häuslebauen-Prinzip von Pharao noch hinterher trauern. Aber wer die ersten Hürden überwindet, kann sich auf viele Stunden süchtigmachenden Spielgenuss freuen.

Linktipp: http://www.staedtebauen.de
Wer Hilfe braucht, bekommt hier kompetente Antwort


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