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Für die alten Ägypter war es unheimlich wichtig Nachkommen zu zeugen. Kinder waren anscheinend das größte Gut was man sich wünschen konnte. Die "Lehre des Ani" rät den Männern: "Nimm dir eine Frau, solange du jung bist, Ein besonders wichtiger Hintergrundgedanke lag bestimmt auch darin, dass sich jemand nach deinem Tod um den Totenkult kümmern musste. ein Text aus der Spätzeit macht das besonders deutlich: "...ein Mann, dem kein Kind geboren ist, der ist wie einer, der nicht gewesen ist, er ist nicht geboren. Seines Namens wird nicht gedacht, sein Name wird nicht ausgesprochen, wie der von jemand, der nicht gelebt hat..." Um Unfruchtbarkeit zu vermeiden verehrte man
im alten Ägypten die Götter Bes, Thoeris und
Hathor, die alle mit Fruchtbarkeit und Geburt in Verbindung gebracht wurden. Man fand auch
kleine Frauenstatuetten, bei denen oft ein Schamdreieck aufgezeichnet worden ist, die
wahrscheinlich die selben Funktionen wie die Götterstatuetten hatten. Wenn alles nichts half blieb noch die Adoption. Ein Ostrakon aus der 19. Dynastie legt einem kinderlos gebliebenen Mann nahe, ein Waisenkind zu adoptieren, damit sein späterer Totenkult gesichert war. Um diese Frage zu beantworten, gab es verschiedene Möglichkeiten. Einmal war das Ausbleiben der Periode meist ein sicheres Zeichen für eine Schwangerschaft. Um nun aber ganz sicher zu gehen, führte man einige Tests durch. Sie bestanden darin, den Puls zu messen, den Zustand der Brüste und die Farbe der Haut zu begutachten. Außerdem wurden noch Gersten- und Emmerkörner gepflanzt, auf denen die Frau jeden Tag urinieren sollte. Wenn sie keimten war sie schwanger. Die Wahrscheinlichkeit lag ungefähr bei 40 %. Mit dieser Methode konnte man angeblich auch das Geschlecht des Kindes herausfinden. Keimte die Gerste zuerst war es ein Junge. Wenn zuerst der Emmer keimte war es ein Mädchen. Tests ergaben, dass die Methode eher nicht erfolgreich war. Kinder scheinen nicht immer erwünscht gewesen zu sein, wie einige medizinische Texte belegen. Die Empfängnisverhütung lag in der Hand der Frauen. Die meisten waren wohl eher weniger erfolgreich aber einige Methoden könnten tatsächlich wirksam gewesen sein, So konnte Krokodilsdung und Honig das Sperma schon mal den Weg versperrt haben. Ein anderes Rezept spricht u.a. von gemahlenen Akazienspitzen die Gummiarabikum beinhalten, das eine chemische Wirkung auf das Sperma ausübt und die Empfängnis verzögert hat. Auch die Stillzeit von drei Jahren (siehe "Das Stillen") könnte dazu beigetragen haben, dass die Frau nicht so schnell wieder schwanger wurde.
Aus Bildnissen in ptolemäischen Tempeln und schriftlichen Zeugnissen können wir den Geburtsvorgang in etwa rekonstruieren. Wenn die Wehen einsetzten zog man sich, soweit es ging, in eine eigens errichtete Wochenlaube, bestehend aus einem Mattendach und papyrusförmigen Säulen, die wahrscheinlich im Garten oder auf dem Dach errichtet wurde, zurück. Dann setzte sich die Frau häufig auf zwei große Ziegelsteine. Einer davon war die Personifikation der Göttin Meschenet. Ein Zauberspruch ruft die Göttin an und ist "auszusprechen über den zwei Ziegelsteinen". Einige bemalte Tonscherben, die so genannten Ostrakas, aus dem Arbeiterviertel in Deir el-Medinah zeigen auch die werdende Mutter auf einem Hocker oder Bett sitzend. Auf Bildnissen, in denen die Frau auf einem Hocker sitzt, ist sie fast immer nur mit einem Halskragen und einem Gürtel bekleidet. Das Haar ist oben auf dem Scheitel zusammengefasst und fällt so in langen Strähnen runter. Wenn die Frau auf einem Bett abgebildet ist, hat sie meistens ein langes Gewand an und auf ihrem Kopf trägt sie eine Perücke mit einem Salbkegel. Während des Geburtsvorganges stand wahrscheinlich eine Frau hinter der werdenden Mutter um sie zu halten, die andere kniete vor ihr, um das Kind aufzufangen. Nach der Geburt musste sich die Frau einem Reinigungsritual unterziehen, um wieder in die Gemeinschaft eintreten zu können.
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Magie schien im alten
Ägypten eine sehr wichtige Rolle bei der Geburt gespielt zu haben. Während der
ganzen Prozedur wurden Zaubersprüche "zur Trennung des Kindes vom Leib der
Mutter" aufgesagt. Manchmal versuchte man auch durch Zaubersprüche, die die
Gebärende mit der Göttin Isis oder Hathor gleichsetzt den Geburtsvorgang zu
beschleunigen. Das Kind wurde vor allem nach der Geburt mit dem Horuskind gleichgesetzt,
um die Zaubersprüche wirksam zu machen.
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Stillen tat entweder die Mutter selbst oder, besonders bei reichen Familien,
eine Amme, deren Kind entweder verstorben war oder die bereit war zwei Kindern ihre Milch
zu geben. Königliche Ammen stammen meist aus der Oberklasse und genossen zusammen mit
ihrer Familie auch in der Zeit danach ein hohes Ansehen. |