Wie haben die Ägypter gesprochen?

Die Hieroglyphen sind eine reine Konsonantenschrift. Aber ohne Vokale ist es doch sehr schwer die einzelnen Wörter zu lesen. Daher behelfen sich die Ägyptologen mit einem einfachen "e" zwischen den Konsonanten. Das ist natürlich eine sehr einfache Hilfe und sicher haben die Ägypter so früher nicht gesprochen.
Da lauter "e"-Vokale zwischen den Konsonanten nicht gerade schön klingen, haben sich einige Götter- und Königsnamen eingebürgert, die von dieser Regel abweichen. So müsste z.B. die berühmte Nofretete eigentlich Neferet-iiti ausgesprochen werden. Sprachwissenschaftler sind gerade dabei mit Hilfe des koptischen (Kopten sind die christlichen Nachfahren der alten Ägypter), der altägyptischen Wörter, die bis in die heutige Zeit übernommen wurden und mit Hilfe der Keilschrift herauszufinden, wie die alten Ägypter gesprochen haben. Heute ist man sich schon ziemlich sicher, dass Nofretete eigentlich Nafteta ausgesprochen wurde und Echnaton Achanjati. Die gebräuchliche Umschrift von Achanjati ist und wird von den Ägyptologen acheniten ausgesprochen.

Einige Namen haben sich auch einfach nur falsch eingebürgert. Die Umschrift von Selket z.B. ist Die ägyptologische Aussprache wäre also Serket und nicht Selket. Wie diese Formen zustande gekommen sind, weiß man nicht so genau. Aber vielleicht helfen uns die Araber weiter, die ein "r" tief im Rachen rollen, so dass es wie ein "l" klingt.
Selket wird auch in manchen Büchern als Selkis bezeichnet. Die Endung -is deutet eigentlich immer auf eine griechische Schreibweise hin. Von griechischen Geschichtsschreibern, die als "Touristen" das damalige Ägypten besuchten, haben wir auch einige Namen übernommen, was manchmal zu einigen Verwirrungen führt. Vier Pharaonen aus dem neuen Reich hießen und werden in manchen Büchern Amenophis (gr. Schreibweise), in anderen wiederum Amenhotep (gebräuchliche Aussprache) geschrieben.