Die ägyptische Armee

In einer ägyptischen Festung

Truppenstützpunkt, Handelszentrum und Zollstation

Die Festungen waren Truppenstützpunkt, Handelszentrum und Zollstation zugleich. Der Festungskommandant genoss hohes Ansehen und war für den Nachschub der Truppen verantwortlich.

Die Festung von Daphnae

Ein gutes Beispiel einer ägyptischen Festung befindet sich in Daphnae, am östlichen Rand des Nildeltas. Hier fanden Archäologen 2009 eine Anlage, die unter Psammetich I. mit einem Durchmesser von 380x625m erbaut wurde. Die Mauern waren bis zu 13m dick.

Die Festung bestand aus drei ineinanderfolgenden Hallen, einem Tempel aus Kalkstein und sogar einem kleinen Palast mit acht kleinen Räumen. In der Nähe der Festung standen 22 große Speichergebäude, in denen Ernteerträge und Waffen gelagert wurden.

Sturm auf die gegnerische Festung

Um Festungen oder befestigte Städte von Feinden zu besiegen, mussten die alten Ägypter Durchhaltevermögen beweisen. Die Taktik bestand meistens darin, sie so lange zu belagern, bis sich der Feind ausgehungert ergab. Das konnte sich auch schon mal über Monate hinziehen. Wenn es schneller gehen sollte, bestürmten die ägyptischen Soldaten eine Festung. Bogenschützen gaben den Soldaten Deckung, die mit Schilden versuchten, sich vor dem Pfeilhagel und den Schlägen der Feinde zu schützen.

Mit Hilfe von Leitern versuchten die Soldaten, über die Mauern in die Festung zu gelangen. Belagerungstürme und Rammböcke schauten sich die Ägypter erst in der Spätzeit von den Asiaten ab.

Die schwierige Versorgung der Truppen

Nicht einfach gestaltete sich die Versorgung der Truppen durch die östliche Wüste.

Die Ägypter konnten entweder

  • im Eilmarsch durch die Wüste mit ihren wenigen Wasserstellen eilen.
  • den bequemen aber langen Weg entlang der Küstenstraße marschieren, oder
  • über den Seeweg fahren, wobei hier die begrenzten nautischen Fähigkeiten der Ägypter ein Nachteil war.

Für die Truppenversorgung waren die zwei Heeresstellvertreter, etliche Armeeschreiber und Verwaltungsbeamte zuständig. Weil es in der Wüste wenig Wasserstellen und Nahrung gab, war die Menge der benötigten Versorgungsgüter dort besonders groß.

Über den Seeweg

Die Ägypter versuchten daher, möglichst viel Nachschub auf Nilschiffen in die Nähe der Truppen zu bringen, um sie dann mit Eseln und Maultieren weiter zu transportieren. Natürlich war die Gefahr groß, dass die Schiffe angegriffen wurden und so musste eine große Anzahl an Schutztruppen die Schiffe begleiten.

Über den Landweg

Auch der Transport über den Landweg war nicht ohne Gefahr. Verständlich, dass die Ägypter mit aller Macht versuchten, ihre Stützpunkte in Syrien zu verteidigen, denn dadurch war der Weg zu den einzelnen Truppen- bzw. Angriffszielen leichter abzusichern.