Der ägyptische Kalender
In Ägyptens früher Geschichte zählten die alten
Ägypter ihre Tage mit Hilfe eines Mondkalenders. Dazu zählten sie
einfach die Tage von einem Vollmond zum nächsten. So kamen sie auf 29 -
30 Tage pro Monat und am Ende auf 360 Tage im Jahr, also 5 Tage weniger
als das Jahr eigentlich haben sollte. Die Ägypter hatten ebenfalls das
Problem, dass sie nicht genau wussten, wann der erste Tag des neuen Monats
begann, bzw. wie viele Tage ein Monat genau hatte. Den Bauern war das zwar
ziemlich egal, aber die Verwaltung benötigte ein genaues Kalendersystem.
Um 2900 v.Chr. wurde dann ein Kalender entwickelt, der auf 365 Tage
basierte. Am Ende eines Jahres, also Anfang Juli, fügten die alten Ägypter noch zusätzliche 5
Tage ein. Die griechische Bezeichnung dieser Tage lautete die "Epagomenen"
("Herangefügten"). Sie galten als die Geburtstage der Götter
Osiris, Haroeris,
Seth, Isis und Nephthys. Um auf 365 Tage zu kommen, behalfen sie sich auch
mit einem Wasserstandzähler, der das Ansteigen des
Nils anzeigte. Sie zählten genau 365 Tage bis zum nächsten Beginn der Nilüberschwemmung.
Trotzdem war der neue Kalender noch nicht perfekt. Er verfehlte den
genauen Jahreszyklus der Sonne um 6 Stunden. Nach 4 Jahren ging der
ägyptische Kalender also um einen Tag falsch. Wir haben das Problem mit
einem Schaltjahr gelöst, bei dem im Februar alle 4 Jahre noch ein Tag
hinzugefügt wird. Die Beamten taten aber viele Jahrhunderte gar nichts.
Um die kultischen Festtage genau berechnen zu können, die für die alten
Ägypter eine große Bedeutung hatten, führten sie um 2500 v. Chr. neben
dem Regierungskalender einen offiziellen Mondkalender ein. Das Bild unten
zeigt den Ausschnitt eines Mondkalenders. Die Götter mit den roten
Kreisen auf dem Kopf symbolisierten bestimmte Tage oder Monate. Die
großen Kreise, die in Stunden unterteilt sind, zeigen Festtage, die in
den 12 Monaten des Jahres stattfanden (die 4 weiteren Kreise liegen im
hier fehlenden Teil des Ausschnittes).

Ausschnitt eines Mondkalenders aus dem Mittleren Reich
In Ägypten gab es drei Jahreszeiten. Achet ("Überschwemmung"),
Peret ("Herauskommen" (der Saat)) und Schemu
("Hitze"). Jede Jahreszeit bestand aus 4 Monaten zu je 30 Tagen.
Der Jahresneubeginn Mitte Juli wurde mit dem Erscheinen des Sternes Sirius
(ägyptisch Sopdet) und dem Einsetzen der Nilflut angekündigt.
Hier eine Auflistung der Jahreszeiten und den dazugehörigen Namen der
Monate.
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