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Geschichte
Die Geschichte des Militärs ist besonders aus dem Neuen Reich bekannt, als so
berühmte Pharaonen wie Thutmosis III. oder Ramses II. große Schlachten schlugen und dies
auch großspurig auf Stelen und Tempelwänden niederschrieben.
Vor dem Neuen Reich sind uns nur recht spärliche Informationen bekannt:
Frühzeit - Alte Reich:
Zu dieser Zeit gab es kein Heer außerhalb von Kriegszeiten. Bei Bedarf wurden Männer
eingezogen und bewaffnet. Sie unterstanden, wie im normalen Arbeitsleben, den Beamten.
ab dem Mittleren Reich:
In dieser Epoche wurde das Söldnertum eingefügt. Die Berufssoldaten erhielten Gold als
Lohn und Land zur Versorgung.
Die Soldaten wurden in verschiedenen Kampftruppen unterteilt. Die Organisation war genauso
wie bei den Arbeitern:
- 10 Mann unterstanden einem Gruppenführer
- bei 100 Mann bildeten also 5 Gruppen je eine Hälfte
- die gesamte Einheit unterstand dem Gruppenführer der 1. Gruppe der 1. Hälfte
- die 2. Hälfte unterstand auch noch dem Gruppenführer der 1. Gruppe der 2.Hälfte
Anfang des Neuen Reiches
Es werden immer mehr Soldaten angeheuert. Bevorzugt sind Libyer als Fußtruppen und Nubier
als Bogenschützen, die einen eigenen Anführer hatten. Die ägyptischen Truppen
unterstanden dem "Obersten" und größere Einheiten den Generälen. Oberster
Heerführer war der Pharao. Armeeabteilungen unterstanden den Söhnen oder den Wesiren.

Waffen
Frühzeit - Alte Reich:
Die Nahkampfwaffen waren Keulen, Dolche, Streitäxte
Als Fernkampfwaffen wurden Lanzen, Schleudern und Pfeil und Bogen benutzt. Die Bögen
waren schon recht fortschrittlich. Sie besaßen eine große Durchschlagkraft und hatten
eine hohe Reichweite. Das Material der Bögen ging vom einfachen Holz bis stabilerem Horn
und waren mit Tiersehnen bespannt.
Zum Schutz wurden Schilde aus Tierfellen angefertigt.
Beginn Neue Reich:
Hier erfuhren die Waffen eine weitreichende Änderung, die die Ägypter ihren Feinden, den
Hyksos, verdankten. Sie fielen in Ägypten mit mächtigen Streitwägen und Pferden ein, die
in Ägypten bis zu dieser Zeit völlig unbekannt waren. Als die Hyksos nach jahrelanger
Herrschaft in Ägypten vertrieben wurden, übernahmen die Ägypter die Streitwagentechnik
und gründeten eine eigene Pferdezucht. Sie bauten leichte und wendige Wagen, die jeweils
mit einem Lenker und einem Kämpfer besetzt und von zwei Pferden gezogen wurden.
Die Kämpfer waren mit Kompositbögen und Pfeilen mit Metallspitzen ausgestattet, die in
einem Lederköcher am Wagen gesteckt wurden. Weitere Waffen waren Lanzen mit Bronzespitzen
und Sichelschwerter, die sie von asiatischen Soldaten übernommen hatten.
Für den Schutz wurden Schilde aus Holz mit bronzenem Buckel sowie Helme und Lederpanzer mit
Bronzeschuppen benutzt.

Festung und Versorgung
Auch Festungen gab es im alten Ägypten schon in recht früher Zeit. In
Elephantine z.B., denn zu dieser Zeit war es der südlichste Punkt Ägyptens.
Im Alten Reich bauten die Ägypter eine "Herrschermauer", die vor Angriffen aus
dem Osten schützen sollte. Später wurde sie aber durch Festungen entlang der Ostküste
ersetzt. Die wichtigste Festung und Ausgangspunkt von Kriegszügen in den asiatischen Raum war
seit jeher Sile, ganz im Osten des Deltas. Die Festung war Truppenstützpunkt,
Handelszentrum und Zollstation zugleich. Sie war für den Nachschub der Truppen
verantwortlich und der Festungskommandant genoss hohes Ansehen.
Das Problem der Anmarschroute in den Osten bestand trotz der Stützpunkte. Es gab drei
verschiedene Möglichkeiten.
1. im Eilmarsch durch die Wüste mit ihren wenigen Wasserstellen
2. der bequeme, aber lange Weg entlang der Küstenstraße
3. Über den Seeweg, wobei hier die begrenzten nautischen Fähigkeiten der Ägypter ein
Nachteil war.
Die Feinde kannten alle Routen und konnten entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten.
Für die Truppenversorgung waren die zwei Heeresstellvertreter, etliche
Armeeschreiber und Verwaltungsbeamte zuständig.
Die Truppen wurden wahrscheinlich mit der Hilfe von Nilschiffen und durch die Ostwüste
mit Eseln und Maultieren versorgt.
Weil es wenig Wasserstellen und Nahrung in der Wüste gab, wurden die lebenswichtigen
Dinge auf der Route im Laufe der Zeit immer weniger. Daher versuchte man möglichst viel
Nachschubgüter auf Nilschiffen in die Nähe der Truppen zu bringen. Natürlich war die
Gefahr groß, dass die Schiffe angegriffen wurden und so schickten die
Ägypter eine große Anzahl an
Schutztruppen mit auf die Schiffe. Auch die Nahrung über den Landweg zu
transportieren war nicht ohne Gefahr. Verständlich, dass die Ägypter versuchten mit aller Macht ihre Stützpunkte in Syrien zu
verteidigen, denn es war für alle besser wenn der Weg zu den einzelnen Truppen, bzw.
Angriffszielen nicht allzu weit war.
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