Die Mumifizierung

Die Entwicklung der Mumifizierung

Mäuseplage
Bei dem Oberhofmeister Wah, der im Mittleren Reich lebte, ging man bei der Mumifizierung nicht gerade sorgfältig um. Zwischen den Leinenstreifen klebte eine Maus und eine kleine Eidechse

um 4000 v. Chr.

2014 wurde eine Studie veröffentlicht, die neue Einblicke in die Geschichte der Mumifzierung gibt. Ein Forscherteam untersuchte Leinenstücke aus der Zeit zwischen 4500 – 3100 v. Chr. die aus einer antiken Begräbnisstätte in der Region Badari und Mostagedda stammen.

Das erstaunliche Ergebnis einer chemischen Analyse: Die Textilien waren schon mit einer Mischung aus tierischen Fetten oder Ölen, kleinen Mengen an Pinienharz, aromatischen Pflanzenextrakten, Pflanzengummi und natürlich vorkommendes Petroleum getränkt. Das Baumharz und die aromatischen Pflanzenextrakte haben sehr starke antibakterielle Eigenschaften. Sie konnten zwar die Verwesung des Körpers nicht aufhalten, doch immerhin konnten sie die Ausbreitung von Bakterien verhindern.

Die Mumifizierung könnte also schon 1500 Jahre früher begonnen haben als bisher angenommen

Alte Reich

Als die Ägypter ihre Verstorbenen in Grabstätten und Sarkophagen bestatteten, konnte der heiße Wüstensand keine natürliche Mumifizierung mehr vornehmen. Daher musste die Mumifzierung weiterentwickelt werden.

Die Organe, die als erstes anfangen zu verwesen, nahm man aus den Körpern, verpackte sie in Leinen und legte sie in vier Behälter (Kanopen). Den Körper umwickelte man vorsichtig in Leinenbinden. Auf den Leinenstreifen malte oder modellierte man Gesicht und Kleidung sowie Genitalien, bei den Frauen Brüste. Es sind nur sehr wenige Mumien aus dem Alten Reich vorhanden. Die meisten sind aufgrund der unzureichenden Mumifizierungstechnik zu Staub zerfallen.

Mittlere Reich

Während man im Alten Reich jede einzelnen Gliedmaße in Leinenbinden umhüllte, wickelten die Einbalsamierer aus dem Neuen Reich den kompletten Körper ein, so dass die Mumie wie ein Kokon aussah. Die Leinen bestrich man mit Harzen. Zwischen ihnen legte man die ersten Schutzamulette, Kragen und Ketten. Mumienmasken aus stuckierten Leinen setzte man den Verstorbenen auf sein Gesicht.

Die Mumien bestattete man seitlich, so dass sie durch zwei aufgemalte Augen auf ihrem Sarkophag „rausschauen“ konnten. Es gab erste Versuche das Gehirn zu entfernen. Organe entnahm man nur in manchen Fällen aus dem Körper. Ein von Organen befreiter Körper wurde mit Sägespäne und Leinen ausgefüllt.

Die Mumien aus dem Mittleren Reich sind ebenfalls in einem schlechten Zustand, da Muskelgewebe und Haut zerfallen sind.

Neue Reich

Die Technik der Mumifizierung ist hier so weit fortgeschritten, dass die Mumien aus dieser Zeit sehr gut erhalten sind. Das Gehirn wurde durch die Nase entfernt. Der Bauchschnitt zum Entfernen der Organe erfolgte auf der linken Seite.

Die Einbalsamierungsflüssigkeit bestanden zu dieser Zeit hauptsächlich aus Harzen und Gummi. Die Eingeweide holte man aus dem Körper und legte sie in ovalförmige Behälter (Kanopen).

3. Zwischenzeit – Griechische Zeit

Zu Beginn der 3. Zwischenzeit fing man an, die einbalsamierten Organe wieder in die Körper zurückzulegen. Je einen Horussohn bettete man zum Schutz auf sein zuständiges Organ. Später legte man die präparierten Organe einfach zwischen die Beine des Verstorbenen. Oder sie entnahmen zylinderförmige Teile aus den Organen und legten sie in Balsam getränkt zurück in den Körper.

Bitumen und Harze waren nun Hauptbestandteile der Mumifizierung

Römische – Koptische Zeit

Die Verstorbenen wurden nun nicht mehr so sorgfältig mumifiziert. Mumifizierungen gab es aber sogar noch bis in die christliche Zeit. Selbst koptische Mönche bestanden noch auf dieser Methode, bis die Kirche den heidnischen Brauch verbot.