|
|
|
Mumie von Kleopatras Schwester identifiziert? Zwei königliche Schwestern kämpften um die Herrschaft in Ägypten – Kleopatra gewann. Ihre jüngere Schwester Arsinoe wurde 46 v.Chr. von Cäsar, Kleopatras Geliebten und Verbündeten, besiegt, nach Rom gebracht, gefesselt im Triumphzug mitgeführt, aber ob des Mitleids der römischen Bevölkerung begnadigt. Asyl fand sie im Artemistempel von Ephesos, dort wurde sie von Mark Anton ermordet, im Auftrag KleopatrasÖsterreichische Forscher um Fabian Kanz vom Archäologischen Institut und der Med-Uni Wien spielen nun zumindest mit der Möglichkeit, dass sie das Skelett der Arsinoe identifiziert haben könnten: Im American Journal of Physical Anthropology (138, S.162) erscheint ihr Bericht unter dem Titel: „Arsinoe IV of Egypt, sister of Cleopatra identified?“ Das BBC-Fernsehen zeigt am Montag eine Dokumentation über den Fall: „Cleopatra: Portrait of a Killer“. Das fragliche Skelett wurde im „Oktogon“ gefunden: Das ist ein bereits 1906 ausgegrabener Grabbau im Zentrum von Ephesos, der einen einzigen Sarkophag enthielt– ohne Inschrift. Vor einigen Jahren gebar Hilke Thür, Archäologin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, die Idee: Das könnte doch Arsinoe sein! Nun liegt das Gutachten von Kanz und Kollegen vor. Mit der Radiokarbonmethode wurde das Skelett auf 210 bis 20 v.Chr. datiert, die morphologische Untersuchung ergibt eine Körpergröße von 154 Zentimeter und ein Lebensalter zwischen 15 und 17 Jahren. (Was etwas jung für eine Frau scheint, die bereits Königin war, Arsinoe IV., gemeinsam mit ihrem Bruder Ptolemäus XIV.) Weder Mangelerscheinungen noch Verletzungen waren festzustellen. DNA wurde (noch) keine gefunden, das Skelett ist wohl zu lange in warmem Wasser gelegen. Noch nicht publiziert, aber in englischen Medien bereits heftig diskutiert ist eine Weichteilrekonstruktion der Anthropologin Caroline Wilkinson: Sie schließt aus der länglichen Kopfform (laut Wilkinson „häufig bei den alten Ägyptern und Schwarzafrikanern“), dass Arsinoe eine afrikanische Mutter gehabt haben könnte. Diese Aussage verleitete die englische Zeitung „Telegraph“ zu gleich zwei – noch gewagteren – Interpretationen, die einander noch dazu widersprechen. „Cleopatra had African ancestry, skeleton suggests“, lautet der Titel, im Artikel wird dann spekuliert, dass Arsinoe und Kleopatra nur Halbschwestern – von verschiedenen Müttern – gewesen sein sollen. Beides geht wohl viel zu weit, vor allem wenn man bedenkt, dass der Schädel selbst im Zweiten Weltkrieg verloren gegangen ist und man sich nur auf alte Messungen stützen kann. Immerhin kommt so die (seriöse) österreichische Ephesos-Archäologie einmal zu knalligen Schlagzeilen... Quelle: |