|
|
|
Nofretete eine Fälschung?
Henri Stierlin,
Altertumsexperte aus der Schweiz, behauptet in seinem neuen Buch "Le buste de Néfertiti - une imposture de l'égyptologie?" (Die Büste der
Nofretete - ein Betrug der Ägyptologie? Infolio-Verlag, Schweiz), dass
die Büste der Nofretete eine Fälschung sei.
Angefangen hat alles vor 20 Jahren als Stierlin sich mit dem heutigen Direktor des Ägyptischen Museums Berlin, Dietrich Wildung, traf. Weil die Büste derart gut erhalten ist, wollten sie als Scherz ein Buch herausbringen, das den Entdecker Ludwig Borchardt als Fälscher darstellen sollte. Was als Scherz gedacht war, ließ Stierlin nicht mehr los - zur Überraschung von Dietrich Wildung, der das Buch als "wunderbare Propaganda für unser Fach" sieht aber sich fragt "ob Stierlin die Sache wirklich ernst nimmt". Auch der Autor Erdogan Ercivan zweifelt in seinem Buch "Missing Link der Archäologie" (Kopp-Verlag, Rottenburg a. N.) an die Echtheit der Büste. Borchardt hätte die Büste nicht aus böser Täuschungsabsicht, sondern aus reiner Spaß an der Freud oder wie Stierlin berichtet als Präsentationsstück einer Halskette hergestellt. Halb im Scherz hätte er den "Fund" als echt bezeichnet. Wegen der allgemeinen Begeisterung des Fundstückes, hätte Borchardt nicht mehr die Kurve bekommen, um die Büste als seine Eigenkreation zu outen. Außerdem wollte er den sächsischen Herzog Johann Georg nicht der Lächerlichkeit preisgeben, als er sich, überzeugt von der Echtheit der Büste, mit ihr ablichten ließ. Dies wäre für die Autoren auch eine Begründung, warum die Büste nicht sofort, sondern erst 1924, 12 Jahre später, ausgestellt wurde. Borchardt arbeitete laut Ercivan eng mit Fälschern zusammen, um die Echtheit von Artefakten zu überprüfen. Erst kürzlich wurde eine Stele der Königin Hatschepsut als Fälschung entlarvt, die Ludwig Borchardt 1912 nach Berlin gebracht hat. Ist Borchardt das Opfer von Betrügern geworden?
Dietrich Wildung
betont, dass man bei der Untersuchung der Büste keine Spur von
modernen Stoffen finden konnte. Außerdem sei der Fundbericht vom
06.12.1912 schlüssig.
Ercivan mokiert, dass er keine Aufnahmen von der Durchleuchtung der Büste (selket.de berichtete) bekommen hat. Wenn unter der Gipsschicht ein stützendes Drahtgeflecht zu finden wäre, dann wäre dies ein sicherer Beweis für eine Kreation des 20. Jahrhunderts. Wildung gab den rüden Ton bei der Anfrage Ercivans als Begründung an, warum er ihm keine Unterlagen zu Verfügung gestellt hat. Auch das Aussehen der Nofretete hinterlässt Zweifel. Sieht sie doch eher aus wie eine Europäerin. Außerdem hätte sie im Profil laut Ercivan verblüffende Ähnlichkeit mit Borchardts Ehefrau. Quelle: Berliner Morgenpost In der Thurgauer Zeitung findet ihr ein Interview zu diesem Thema mit dem Basler Tutanchamun-Experten André Wiese. |