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Illegale Ausfuhr der Nofretete? - Brief veröffentlicht Nachdem Zahi Hawass schon ein paar Mal angedroht hatte, Beweise über die illegale Ausfuhr der Nofretete-Büste vorzulegen, kündigte er nun die nächste Woche als Termin an. Der Berliner Kurier hat diese Woche den Brief veröffentlicht, der Gegenstand der Zweifel über die rechtmäßige Ausfuhr der Nofretete ist. In diesem Brief, der an einen Ägyptologen geschrieben und mit den Worten "streng vertraulich" betitelt wurde, schreibt Güterbock, dass am Vorabend der Aufteilung keiner des deutschen Grabungsteams mit einer Auslieferung nach Berlin gerechnet hatte. Es wurde sogar eine Art Abschiedsprozession durchgeführt. Am nächsten Tag, als der Leiter der damaligen Altertümerverwaltung, der Franzose Gustave Lefebvre die Funde inspizieren wollte, standen alle Fundstücke in offenen Kisten verpackt im Magazin. Lefebvre hätte jedes einzelne Stück aus ihren Kisten herausnehmen können. Zu seiner Verteidigung sei aber gesagt, so Güterbock, dass Lefebvre "nicht eben die allervorteilhafteste Photografie erhielt und das Original nicht gerader in bester Beleuchtung zu sehen bekam." Aber es sei auch wiederum kein Ausgräber dazu verpflichtet, "den Kommissar auf die Schönheit seiner Funde geradezu zu stoßen" Es wäre eine gute Idee von Borchardt gewesen, den Klappaltar mit der Familiendarstellung von Echnaton und Nofretete an der Spitze seiner Funde, direkt neben der Büste, aufzulisten. Lefebvres Chef Maspero hatte große Interesse an dieser Art von Relikten und somit wurde die Aufmerksamkeit Lefebvres sofort auf diesen Klappaltar gelenkt. Borchardt wollte aber auf Nummer sicher gehen und deklarierte die Beschaffenheit der Büste mit Gips. Bedenken von Güterbock schob dieser Beiseite. Immerhin wäre ja an den Stellen, an denen die Bemalung abgesplittert wäre, eine Art Gips oder Stuck zu sehen und so wäre die "vorläufige Annahme", die Büste sei aus Gips gerechtfertigt. Nähere Untersuchungen könnten erst hinsichtlich der Sorge über eine Zerstörung der Farbe mit "gutem Gewissen" in Berlin vollzogen werden. Und wenn sich dann herausstellen sollte, die Büste sei aus Kalkstein mit Gipsüberzug, "nun, dann habe er sich eben anfänglich geirrt". Güterbock selbst schreibt von einer "Vermogelung des Materials". Ein weiterer Schachzug Borchardts war auch, die Büste in den Kisten mit den Gipsrelikten zu tun. Es wurde sich nämlich schon im Vorfeld darauf geeinigt, dass die Objekte aus Stein in Ägypten bleiben und die aus Gips nach Deutschland überführt werden können. In Borchardts Veröffentlichung verschwieg er dann aber seine Vermerke in dem Teilungsprotokoll. Wahrscheinlich um "Zweifel an dem rechtmäßigen Erwerb zum Schweigen zu bringen", so Güterbock Am Ende seines Briefes betont Güterbock aber noch, dass Lefebvres sowohl ein Foto erhalten hat, als auch die Büste in Original gezeigt worden ist und im Teilungsprotokoll stand sie an Nr 1. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz bleibt trotz der Ankündigung Hawass weiterhin gelassen. "Es gibt noch keine Forderung aus Ägypten, und im Übrigen ist die Büste rechtmäßig erworben." Den Artikel und den Originalen-Brief könnt ihr beim Berliner Kurier abrufen 21.05.2010
Die Drohung von
Zahi Hawass, diese Woche ein offizielles Schreiben mit der Rückforderung
der Nofretete in Berlin einzureichen, ist bis heute nicht wahr gemacht
worden. Vielleicht gibt er das entsprechende Schreiben ja unserem
Außenminister Guido Westerwelle (FDP) mit, der dieses Wochenende Ägypten
besuchen wird. Zumindest wurde jetzt von ganz oben schon mal ein
Machtwort gesprochen. Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) sagte
diese Woche rigoros: "Die Büste der Nofretete bleibt in Berlin!" 24,05.2010 Auch Außenminister Guido Westerwelle hat bei seinen Ägypten-Aufenthalt über Pfingsten kein offizielles Schreiben bezüglich der Rückkehr der Nofretete mitgebracht. Stattdessen betonten er und sein ägyptischer Kollege Achmed Abdul Gheit, dass der Streit um die Büste den freundschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Ägypten keinen Abbruch täte. Westerwelle betonte noch mal, dass Nofretete rechtmäßig in Berlin ist und sie für einen Transport als Leihgabe zu zerbrechlich sei. Gheit entgegnete, dass es zwar ein Wunsch seiner Landsleute sei, ihre Kultur aus erster Hand kennenzulernen, die "Größe der ägyptischen Geschichte" spiegele sich aber auch durch die Fundstücke wieder, die in europäischen oder amerikanischen Museen zu finden seien. Den Artikel findet ihr unter Focus.de |