Neue Chronologie Ägyptens mit Hilfe der C14-Methode

Wie das Magazin Science berichtete, haben Forscher mit Hilfe der C14(Radiokarbon-) Methode eine neue Chronologie Ägyptens geschrieben.

Sie stimmt im Großen und Ganzen mit den bisherigen Ergebnissen überein, nur das Alte Reich ist älter als bisher angenommen. Statt wie bisher um ca. 2667 -2592 v. Chr. wird sein Anfang nun zwischen 2691 - 2625 v. Chr. geschätzt, wobei der Zeitraum zwischen 2676 und 2643 v. Chr. als wahrscheinlicher gilt. Das Mittlere Reich begann den Forschern zufolge zwischen 2064 und 2019, das Neue Reich zwischen 1570 - 1544 v. Chr.

Internationale Wissenschaftler entnahmen 211 Proben von Körben, Textilien, Pflanzen, Körnern und Früchten aus den Beständen von europäischen und amerikanischen Museen. Die Proben konnten zeitlich eindeutig zugeordnet werden, etwa nach dem Regierungsjahr eines Pharaos oder dem Gründungsjahr eines Tempels.

Wenn ein Organismus stirbt, nimmt er keinen Kohlenstoff mehr auf. Im Laufe der Jahre zerfallen die Kohlenstoffisotope und das Isotopenverhältnis ändert sich. Die Wissenschaftler vergleichen das Endstadium mit dem Anfangsstadium und berechnen so den Zeitraum, wie lange der Organismus schon Tod ist.
Die Radiokarbon-Methode hat eigentlich Abweichungen von 100 - 200 Jahren aber die Wissenschaftler haben ein genaueres Verfahren ermittelt. Sie benutzten zudem "eine statistische Methode, um Muster in den Radiokarbon- und historischen Daten auszumachen und so die wahrscheinlichste Beziehungen zwischen beiden zu finden."

Eine genaue Chronologie konnte damit aber auch nicht geschrieben werden. Denn für lange Zeiträume lag teilweise kein geeignetes Material vor. Für die Regierungszeit Pharao Djosers lagen 7 Proben vor, für Snofru nur noch 2 und für die folgenden 10 Herrscher des Alten Reiches nur noch eine. In fast 200 Jahren setzten die Wissenschaftler für die Thronbesteigungen eine Zeitspanne von teilweise mehr als 80 Jahren. Trotzdem seien die Ergebnisse der Untersuchungen immer noch nützlich für das Alte Reich, denn frühere Schätzungen wären viel ungenauer, so Christopher Bronk Ramsey von der Universität Oxford, der die Untersuchungen leitete.

Quellen:
Spiegel Online
Focus.de

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