Schacht im Grab Sethos I. endet ins Leere

174 m tief ist der Schacht im Grab Sethos I. in den Fels gehauen. Unter teilweise lebensgefährlichen Umständen gruben Archäologen Stück für Stück den Schacht ab. Umso größer war die Enttäuschung, als er im Nichts endete.

1817 entdeckte der Italiener Giovanni Belzoni den nur 1m breiten und 1,50m hohen Schacht im Grab KV17 im Tal der Könige. Er schaffte es immerhin 90m schräg in die Tiefe vorzudringen. 1960 drang der Hobbyarchäologe Scheich Ali Abdel Rassoul weitere 46m in den Schacht hinein, bis seine Arbeiter wegen Atemnot aufgeben mussten.

2007 kämpften sich Arbeiter unter der Leitung von Zahi Hawass durch weiteres Geröll. Am Ende des 136m langen Tunnels, dessen Strecke von Rassoul nur teilweise offengelegt wurde, endete der Gang in eine herabfallende 25m lange und 2,50m weite Passage mit 54 absteigenden Treppenstufen. Hinter diesem Durchgang befand sich noch eine weitere Passage mit einer zweiten 6m lange Treppe, die aber abrupt endete. Am Anfang dieser Passage fanden die Ausgräber eine Scheintür mit hieratischen Schriftzeichen, in denen der Grabarchitekt seinen Arbeitern eine Nachricht hinterließ: "Versetze den Türpfosten höher und mach den Durchgang weiter."

Das Team um Zahi Hawass hatte die Hoffnung, am Ende des Tunnels eine Grabkammer mit unglaublichen Schätzen zu finden. Bedenken wurden mit den Gegenargument beiseite gewischt, wofür sich denn der Herrscher sonst die Mühe gemacht hätte einen 174m langen Tunnel in den Stein zu hauen. Auch die Vermutung, dass Sethos' Schacht eine Verbindung zum Grundwasser enthält, wie sein Osiris-Tempel in Abydos (wo das Grundwasser vermutlich das mythische Urgewässer vom Anbeginn der Zeit symbolisieren sollte) bestätigte sich nicht.

Auf ihren Weg fanden die Ausgräber jede Menge Uschebtis, Tonscherben und Steinfragmente. Die Wände des Schachtes sind mit unvollendeten Bildern bemalt. Die Arbeiter schafften es nicht, vor dem Tod Sethos I. (ca. 1290 - 1279 v. Chr.) sein Grab zu vollenden. Sein Sohn und Nachfolger war der berühmte Ramses II. In dessen Grab finden zur Zeit Restaurierungsarbeiten statt . Zahi Hawass hofft, dort ebenfalls einen Schacht zu finden.

Quellen (mit Bildern):
Zeit.de
Zahi Hawass' Blog


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