Die Feste der Pharaonen

Mädchen beim Gastmahl
Mädchen beim Gastmahl
Auf dem Kopf befinden sich Salbkegel, die im
Laufe des Abends schmelzen und einen angenehmen Geruch verbreiten.
Grab des Nacht (Nr. 52), Tal der Handwerker, Theben

 

Die alten Ägypter hatten natürlich ganz andere Feste als heute. Dennoch überrascht manches aus heutiger Sicht irgendwie doch. So sind Feste zur Geburt eines Kindes nicht bekannt, ebenso wenig wie Geburtstagsfeiern. Allein bei Hochzeiten veranstaltete man ein kleines bis großes Fest (je nach Stand der Familie). Eine Zeremonie wie wir sie heute kennen gab es übrigens nicht.
Auch der Pharao war bei "persönlichen" Feiern eher sparsam, obwohl sicherlich für die Geburt eines Thronfolgers ein "kleines" Fest arrangiert worden ist. Oft überliefert sind Trauerfeiern nach dem Tod des Pharao, die 90 Tage anhielten und bei denen die gesamte ägyptische Verwaltung stillstand.

Eines der größten offiziellen Feste war das Heb-sed Fest (bekannter unter Sed-Fest), das für den Pharao 30 Jahre nach seiner Thronbesteigung und danach alle 3 Jahre erneut gefeiert wurde. Wenn ein Pharao wusste, dass er nicht mehr lange zu leben hat wurde das Fest auch mal vorverlegt. Beim Sed-Fest ging es darum zu zeigen, dass der Pharao noch regierungsfähig ist, bzw. wurde die Kraft des Herrschers durch mehrere Verjüngungsriten erneuert oder verstärkt.

Ein besonderes Fest war es auch, wenn jemand aus Pharaos Gefolge das "Ehrengold"  für besondere Leistungen verliehen wurde. Dann wurde er vom Pharao selbst mit Schmuck und anderen Kostbarkeiten behangen.

Im Volk war besonders das Fest zu Jahresbeginn beliebt. Es wurde im Hochsommer gefeiert, wenn die, für die Felder lebenswichtige, Überschwemmung begann und der Stern Sirius (die Göttin Sopdet) erschien.

Des weiteren gab es noch eine Menge Erntefeste, bei denen die alten Ägypter die Fruchtbarkeitsgötter verehrten und sie um eine gute Ernte anflehten.

Auch außerhalb der geregelten Feiertage liebte es die hohe Gesellschaft der alten Ägypter berauschende Feste zu feiern. Tänzerinnen, Akrobaten und Musikanten waren für die Unterhaltung der Gäste zuständig. Dienerinnen und Diener sorgten für das leibliche Wohl der Gesellschaft. Speisen wie Fleisch, Brot und Obst waren ebenso reichlich vorhanden wie Bier und schwere Weine. Das Trinken war anscheinend eine Lieblingsbeschäftigung der alten Ägypter, gab es doch ein Fest das einfach nur "Trunkenheit" (techi) hieß.

 

Weitere Feste unter: Feste zu Ehren der Götter