Manetho und Co – Auf den Spuren der Pharaonen

Manethos Aegyptiaca

Die Chronologie eines Griechen in Ägypten

Manetho war ein ägyptischer Priester, der in Sebennytos im Nildelta geboren wurde und als Priester in Heliopolis zur Zeit des griechischen Herrschers Ptolemaios II. (285 – 246 v. Chr.) lebte. Manetho sollte für den König eine möglichst umfassende Geschichte Ägyptens schreiben.

So begann er mit seiner Chronologie von ca. 3100 v. Chr. an, wo Götter und Halbgötter regierten und endete bei der 2. Persischen Herrschaft (bis 332 v. Chr.). Aber Manetho schrieb nicht nur die Pharaonen und ihre Regierungszeiten nieder sondern ergänzte seine Annalen noch mit wichtigen geschichtlichen Ereignissen.

Manethos Dynastien-Idee

Manetho kam bei seinem Werk auf die bahnbrechende Idee, Herrschergruppen in Dynastien einzuteilen – eine Abfolge von Herrschern, die in der Regel miteinander verwandt waren oder den gleichen Regierungssitz hatten. Auch heute noch teilen wir die Ägyptens Geschichte in Dynastien ein. Der Priester wertete für seine Aegyptiaca wahrscheinlich die unterschiedlichsten Quellen aus, wie unten genannte Königslisten. Als Priester hatte er sicherlich auch Einblicke in die Tempelarchive, wo wertvolle Dokumente über die Vergangenheit des Landes aufbewahrt wurden.

Abschriften helfen bei der Chronologie

Von Manethos Ursprungswerk ist heute leider nichts mehr übriggeblieben. Aber Gelehrte aus späterer Zeit fertigten Abschriften an. In diesem Zusammenhang seien besonders Josephus, Africanus und Eusebius erwähnt, die aber alle 300 bis 600 Jahre nach Manetho gelebt haben und die wahrscheinlich schon selbst nicht mehr das Original vorliegen hatten. Die Aegyptiaca wurde von ihnen mehrfach überarbeitet und mit eigenen Anmerkungen ergänzt. Was zu einigen Schwierigkeiten bei der Auswertung geführt hat. So stimmen einige Regierungszeiten und Herrscher bei den verschiedenen Abschriften nicht überein.

Obwohl die Aegyptiaca nicht frei von Fehlern ist, wie Forscher immer wieder feststellen mussten, war sie dennoch ein wichtiges Grundgerüst bei der Erfassung der ägyptischen Geschichte.