Manetho und Co – Auf den Spuren der Pharaonen

Die Königslisten von Karnak und Abydos

Ein Opfer an die Vorfahren

In zwei Tempeln befinden sich antike Königslisten, die uns bei der Bestimmung einer Chronologie helfen.

Die Königsliste von Karnak

Thutmosis III. gibt seinen Vorfahren im Tempel von Karnak ein Opfer dar und listet zu diesem Zweck 61 seiner Vorgänger auf (außer seine direkte Vorgängerin Königin Hatschepsut). Das Relief befindet sich heute im Louvre Paris. Die Reihenfolge der Herrscher ist nicht zeitlich geordnet.

Die Königsliste von Abydos

Eine Chronologie findet sich aber in der Königsliste im Tempel von Abydos. Sethos I. opfert zusammen mit seinem Sohn Ramses II. 76 seiner Vorfahren, von der 1. Dynastie bis hin zu Sethos selbst. Ein Priester, der wahrscheinlich für das Totenopfer der verstorbenen Pharaonen zuständig war, ließ eine Kopie dieser Liste in seinem Grab einmeißeln. Hier finden sich 58 Herrscher, von Ramses II. an beginnend rückwärts bis hin zu den Königen der 1. Dynastie, wobei wegen Platzmangels im Grab die frühen Herrscher der 1. Dynastie fehlen.

Königsliste von Abydos

Sethos I. zeigt seinem Sohn Ramses II. die Liste seiner Vorfahren.
Tempel von Abydos
Neues Reich, 19. Dynastie

Nachteile der Königlisten

Die Königslisten sind den Ägyptologen eine große Hilfe, aber es ist unmöglich, mit ihnen eine umfassende Chronologie zu erstellen. Einige Pharaonen, besonders in den chaotischen Phasen der Zwischenzeiten, wurden einfach weggelassen. So verzeichnet z.B. die Königsliste von Abydos nicht die Herrscher der 1. Zwischenzeit aus Herakleopolis (das Land hatte zu dieser Zeit zwei Machzentren) und lässt die Könige der 2. Zwischenzeit gänzlich weg. Dafür listet sie 18 weitere Könige nach Pepi II. aus der 6. Dynastie auf, die im Turiner Königspapyrus fehlen.