Manetho und Co – Auf den Spuren der Pharaonen

Der Sirius – Astronomische Untersuchungen

Datierung dank der Sterne

Schon die alten Ägypter beobachteten genau, was am Himmel über ihnen vor sich ging. Eine besondere Beobachtung machten sie beim Sternbild des Sirius.

Die Göttin Sopdet war die Personifizierung des Hundssterns, den die Griechen Sirius nannten. Dem Mondkalender der alten Ägypter folgend, ging der Siriusstern am Morgen genau an dem Tag der Nilschwemme auf, nachdem er vorher 70 Tage lang unsichtbar gewesen war. Der „bürgerliche Kalender“ folgte nicht dem Siriusstern, sondern starr seiner 365-Tage-Regelung, in der die Erde sich einmal um die Sonne dreht.

Das Problem des Schaltjahrs

Durch das fehlende Schaltjahr alle 4 Jahre klaffte nun der Aufgang des Sirius und der Beginn des Neujahrstages des bürgerlichen Kalenders alle 4 Jahre einen Tag weiter auseinander. Alle 1460 Jahre trafen beide Ereignisse dann endlich wieder aufeinander. Wir wissen durch eine Münze des römischen Statthalters Antonius Pius, dass der Tag, an dem das Neujahrsfest zusammen mit dem morgendlichen Aufgang des Siriussterns lag, 139 n. Chr. stattfand. Also muss dieses besondere Ereignis auch 1321 v. Chr. und 2781 v. Chr. stattgefunden haben. Von diesen Zeitpunkten aus verschiebt sich der Aufgang des Sirius im bürgerlichen Kalender immer weiter nach hinten.

Wenn wir also im Papyrus Ebers lesen, dass der Aufgang des Sirius am 9. Tag des 3. Monats der 3. Jahreszeit im 9. Regierungsjahr Amenophis I. stattfand, können wir ausrechnen, dass ungefähr von dem Jahr 1541 v. Chr. die Rede sein muss. Seine Regierung würde nach diesen Berechnungen also 1550 v. Chr. anfangen.

Nachteile der Sirius-Berechnungen

Bei oben genannter Berechnung gibt es mehrere Unwägbarkeiten. Von welchem Standort aus stellte man 139 v. Chr. den Aufgang des Sirius-Sterns fest und in welcher Stadt in der Regierungszeit Amenophis I.? Der Aufgang vollzog sich nämlich mit mehreren Tagen Unterschied zwischen dem Süden und dem Norden Ägyptens. Wenn man noch einige astronomische Eigenarten in Betracht zieht (auf die hier nicht näher eingegangen werden soll), verschiebt sich der Zyklus ebenfalls um einige Jahre.

Forscher gehen mit neusten Berechnungen des Sirius-Zyklus heute davon aus, dass der Regierungsantritt Amenophis I. um 1525 v. Chr. stattgefunden hat. Bei anderen Pharaonen, bei denen der Sirius-Aufgang verzeichnet ist, lässt sich ebenfalls der Regierungsantritt ausrechnen. Dieses Ereignis stellt also eine wichtige Hilfe bei der Datierung, und somit der Erstellung einer Chronologie dar.