Ein
Gott auf Erden?
Sicherlich nicht. Die Pharaonen wurden viel mehr als
"Gottkönige auf Erden" bezeichnet. Der Pharao war sowohl menschlich als auch
göttlich - der Vermittler zwischen Menschen und Göttern. In seinem Leben war er die
Personifizierung des Gottes Horus, nach seinem Tod wurde er zu Osiris.
Seine Aufgabe war es die Maat, womit die Göttin der Gerechtigkeit und gleichzeitig auch
die Weltordnung gemeint ist, aufrecht zu erhalten und Isfet, das Chaos und Unrecht, zu
vernichten. Dies konnte natürlich nur durch göttlichen Beistand geschehen, so dass der
Pharao Tempel erbauen und erhalten und wertvolle Opfer darbringen musste.
Mit dem Tod des Pharao kam gleichzeitig die Angst vor dem Chaos. Immerhin lagen auch die
Reichsgeschäfte in den 90 Tagen Trauerzeit lahm. Mit dem Nachfolger fing so eine neue
Ordnung an, und er vereinigte noch mal symbolisch Ober- und Unterägypten.
Das Streben nach der Maat, ohne dessen Erfüllen man auch nicht das Totengericht passieren
und so das ewige Leben antreten konnte, reichte soweit, dass sich viele Pharaonen auf
Bildnissen und Schriften als erfolgreiche Feldherren priesen, ohne auch nur jemals bei
einer Schlacht teilgenommen zu haben. Das Bildnis vom Zerschlagen oder Zertrampeln der
Feinde wurde zum typischen Bild der Pharaonenzeit.
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