Der Rumtreiber

Man sagt mir, du verlässt das Schreiben und taumelst in Vergnügungen; du gehst von Gasse zu Gasse, und es stinkt nach Bier, wo du dich rumtreibst (?); das Bier vertreibt die Menschen aus deiner Nähe, es lässt deine Seele wandern (?).
Du bist wie ein krummes Steuerruder im Schiff, das nach keiner Richtung hin gehorcht. Du bist wie eine Kapelle ohne ihren Gott, wie ein Haus ohne Brot. Man trifft dich, wie du über eine Mauer kletterst, nachdem du den Stock zerbrochen hast. Die Leute laufen vor dir davon, da du ihnen Wunden schlägst. So erkenne doch, dass der Wein verabscheuungswürdig ist und schwöre dem Rauschtrank ab. Hab doch nicht die Bierkrüge in deinem Sinn und vergiss das Bockbier. Man lehrt dich, hinter der Pfeife her zu singen und zur Flöte (?) zu jodeln, in Versen zur Zither zu sprechen und zum Nezech zu singen. Du bist im Bordell und die Dirnen umgeben dich; du stehst und schlägst Purzelbäume (?), du sitzt vor dem Mädchen und bist mit Öl beschmiert; dein Blumenkranz hängt dir am Halse und du trommelst auf deinem Bauch. Du torkelst und fällst auf den Bauch, du bist mit Unrat gesalbt.

Aus dem Papyrus Anastasi IV, einer Schulhandschrift aus dem Neuen Reich
nach Helmut Brunner

 

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