Schönheit um jeden Preis

Unter diesem Motto lebten wohl die allermeisten Ägypter und das taten sie gerne, denn gut Aussehen war für sie sehr wichtig. Wie heute gab es auch früher immer neue Modetrends, so dass man auf Bildnissen die Menschen des neuen Reiches gut an ihrer plissierten Kleidung und ihren kunstvollen Perücken erkennen kann. Wie so oft waren diese Modetrends nur für die Oberschicht aber auch ärmere Menschen versuchten mit Schmuck aus Ton und Glas den Trends  der Oberschicht nachzueifern.

 

 

Kleidung

Männer-Kleider

Frauen-Kleider

Frisuren

Waschen und Pflegen

Schminke

 

 

Kleidung

Die Kleider der alten Ägypter bestanden hauptsächlich aus Leinen, an zweiter Stelle kam mit großem Abstand Wolle. Baumwolle wurde erst in griechisch-römischer Zeit verarbeitet. Weiß war die gebräuchlichste Farbe und so legte man den gewaschenen Stoff einfach in die Sonne um ein möglichst reines Weiß zu bekommen. Aber auch farbige Gewänder die mit Perlen und Schmuckstücken verziert wurden, waren sehr beliebt. Als Farbe benutzte man Ocker und die pflanzlichen Darbstoffe Krapp, Saflor und Alkanna für rot, Färberwaid für Blau, die Rinde des Granatapfelstrauchs für gelb. Während sich bei den gut betuchten Leuten die Kleidung im Laufe der Zeit mehrmals veränderte, trugen einfache Bauern bei der Arbeit oft nur einfache Kleidung, die aus einem kurzen Lendenschurz oder einem Penisschutz mit einem Gürtel bestanden. Ansonsten gab es eher selten Berufskleidung. Der Wesir ließ sich mit langen kleidähnlichen Gewändern abbilden und der Priester trug ein Leopardenfell über seiner Kleidung. Dienerinnen, Tänzer und Sänger wurden meistens nackt dargestellt.
An ihrem Hals trugen sowohl Männer als auch Frauen einen Halskragen, den sogenannten "usech", der aus Perlen oder Blumen bestand. Die Ägypter gingen am liebsten barfuß, trugen aber auch teure Sandalen und Pantoffeln aus Palmblättern, Gräsern, Papyrus, Binsen und aus Leder. In Tutanchamuns Grab fand man an die 93 Paar Schuhe. Ob sie alle jemals gebraucht wurden ist mehr als fraglich.

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Männer-Kleider

Die Kleidung war bis zum Mittleren Reich eigentlich immer relativ schlicht. Männer legten um die Hüften einen quadratischen Schurz, der mit einem Gürtel festgeknotet wurde. Länge, Schnitt und Fältelung konnten durchaus variierten. Ab dem Mittleren Reich trug man auch mal einen langen durchsichtigen Überrock über dem Rock. Später bedeckten die Ägypter auch ihre Oberkörper. Ab der Amarna-Zeit (Neues Reich) ein absolutes "Must-Have". Ab dieser Zeit tauchen Oberteile mit einem kurzen Ärmel und einem langen Faltenrock auf, die auf Bildern durchsichtig erscheinen. Die Scham wurde bei den Männern, im Gegensatz zu den Frauen immer verdeckt.

 

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Frauen-Kleider

Frauen trugen ein langes Hemdkleid, das auf Bildnissen einem Schlauchkleid ähnelte und an den Schultern mit breiten Streifen zusammengehalten wurde. Wenn man sich die Bilder mit den hautengen Kleidchen so anschaut stellt man sich automatisch die Frage wie die Frauen damit gehen konnten. Es ist wohl eher ein künstlerisches Mittel, dass die Maler zu der damaligen Zeit wählten. Kleider die man in Grabkammern fand waren weiter geschnitten als auf Bildern gezeigt wurde.
Im Neuen Reich nahm man sich die Mode aus dem Ausland zum Vorbild und fing an mit der Kleidung zu experimentieren. Heraus kamen wunderschöne plissierte Kleider, die immer länger und breiter wurden. In der Amarna-Zeit wurden die Kleider durchsichtig und zeigten Brüste und Scham der Frau. Zu der Zeit sollte die weibliche Sexualität besonders hervorgehoben werden. Göttinnen bildeten die Ägypter interessanterweise bis zum Ende der pharaonischen Kultur immer mit Schlauchkleidern ab.

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Frisuren

Gut frisiertes Haar war genauso wichtig wie die Kleidung. Kunstvolle Perücken waren dabei besonders beliebt, sowohl bei Frauen als auch bei Männern.
Da es in Ägypten meistens sehr heiß war, trugen die meisten Männer glattrasierte Haare oder einen Kurzhaarschnitt. Vornehme Männer ließen sich auch mal einen Schnurbart oder ein kleines Kinnbärtchen wachsen. Frauen trugen ihr Haar meist schulterlang oder ließen sich eine Glatze rasieren, damit die kunstvollen Perücken besser passten.
Wohlhabende Frauen ließen ihre Frisuren von Haarschneidern oder von ihren ausgebildeten Dienerinnen machen. Männer bestellten einen Barbier ins Haus oder ließen sich ihr Haar in einer Frisierecke im Freien schneiden.
Perücken ließen sie sich in Perückenwerkstätten anfertigen. Hochwertige Perücken wurden aus Menschenhaar geknüpft, andere aus Pflanzenfasern. Es gab verschiedene Arten von Perücken. So trugen Frauen sie z.B. bis zur Schulter dreigeteilt, also je eine Strähne an beiden Seiten des Gesichts und der Rest nach hinten. Bei einer anderen Variante verdeckte das Haar die ganzen Schultern ohne Unterteilung. Letztere Perücke war besonders im Neuen Reich beliebt und Ringellöckchen machte sie noch fülliger als sie so schon war. Als Krönung wurde sie zum Schluss, wie auch bei seinem eigenen Haar, mit Parfüm besprüht und mit Blumen oder Schmuckreifen verziert.

 

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Waschen und Pflegen

Der Großteil der ägyptischen Bevölkerung badete im Nil, Kanälen oder in Teichen. Die Oberschicht hatte ein eigenes Bad im Haus, in dem auch meistens die Toilette stand.
Gewaschen wurde sich mit Natron oder einer Waschlotion aus tierischen oder pflanzlichen Fetten, die mit Kalkstein oder Kreide vermischt waren. Der medizinische Papyrus Ebers beschreibt ein anderes Körper-Pflegemittel: Mehl von (Kalzit-) Alabaster, roter Natron, unterägyptisches Salz und Honig. Andere Mittel verhinderten Körpergeruch und bestanden aus so aromatischen Stoffen, wie Weihrauch, Myrrhe und Alaun, die in die Haut eingerieben wurden. Für den schlechten Atem kaute man hauptsächlich die sogenannten Kyphi-Pastillen, die aus zermahlenden Bockshornkleesamen, vermengt mit Myrrhe, Weihrauch, Wacholderbeeren, Rosinen, Honig und dem Gummiharz Mastix bestanden.

 

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Schminke

Das Bad einer Frau war übersät von Kosmetiktöpfchen- und Schälchen, Schminkpaletten, bronzene und silberne Spiegel, Pinzetten, und so weiter und so fort. Schon während der prädynastischen Zeit schminkten sich die alten Ägypter. Für ihre Augen benutzen sie bis ins Alte Reich den grünen Malachit und das rote Haematit, das in Wasser, Fett oder Öl aufgerührt wurde. Später setzte sich immer mehr der schwarze Kohl durch, den die Ägypter aus Bleiglanz (Malachit) herstellten. Mit schwarz, grün und rot zogen die Ägypter ihre Augen bis zu den Schläfen nach, damit sie größer erschienen. Mit der Augenschminke hofften sie aber auch die sehr weit verbreiteten Augenkrankheiten in den Griff zu bekommen und den bösen Blick abzuwehren. Deswegen zogen auch die Männer ihre Augen mit Schminke nach.
Der rote Ocker wurde als Rouge und Lippenfarbe benutzt. Henna färbte die Haare, Nägel, Handflächen und Fußsohlen.