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Schreiben konnte im alten Ägypten
nur ein kleiner Teil der
Bevölkerung. Die Ausbildung dauerte sehr lange und war deshalb nur Kindern der
Oberschicht vorbehalten, die nicht ihren Eltern auf dem Feld oder bei anderen Arbeiten
helfen mussten. Der Unterricht fand in Verwaltungsgebäuden und Tempelschulen, die im "Haus des Lebens" untergebracht waren, statt. Lehrer waren meistens staatliche Beamte. Kinder hoher Würdenträger und des Pharao wurden auch im Palast unterrichtet. Die meisten Schüler kamen aus der naheliegenden Umgebung. Reiche Eltern ließen ihre Kinder auch auf weit entfernte Schulen gehen, damit sie die beste Ausbildung genießen konnten. In der Schule ging es anscheinend sehr streng zu.
Es gab sogar Schläge wenn ein Schüler zu spät kam und einen Teil des
Unterrichts versäumt hat. Eine Schrift belehrt uns, dass ein Knabe
das Ohr auf dem Rücken haben sollte, um während der Schläge zuzuhören. Bevor man anfing zu schreiben setzte man sich in den Schneidersitz und legte seine Schreibutensilien auf dem gestrafften Schurz. Dann verspritzte man mit seinem Wasserschälchen ein paar Tropfen zu Ehren des Schreibergottes Thot. Im Wasserschälchen selbst rührte man die trockenen Farben zum Schreiben an. Benutzt wurde schwarze Tinte aus Ruß und rote aus Ocker oder Hämatit. Letztere gebrauchte man um etwas besonders hervorzuheben, wie z.B. Überschriften oder Kapitelanfänge, aber auch um etwas zu korrigieren, wie es auch heute noch gemacht wird. Aufgetragen wurde die Tinte mit einer dünnen Binse, die der Schreiber hinter das Ohr steckte. Ein Ende der Binse wurde immer angekaut aufgefunden. Ob man damit schrieb oder ob das einfach nur eine schlechte Angewohnheit gewesen ist, kann man heute nicht mehr nachvollziehen.
Außer schreiben lernten die Schüler auch noch ihre Geschichte, Geographie, Astronomie und Mathematik. Aber auch Sport, Bildhauerei und Malerei gehörten auf dem Lehrplan.
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