In der Schreibschule

 

Ein Traumberuf

Wo fand der Unterricht statt?

Der Unterricht

Was wurde noch gelehrt?

 

 

Ein Traumberuf

Schreiben konnte im alten Ägypten nur ein kleiner Teil der Bevölkerung. Die Ausbildung dauerte sehr lange und war deshalb nur Kindern der Oberschicht vorbehalten, die nicht ihren Eltern auf dem Feld oder bei anderen Arbeiten helfen mussten.
Schreiber zu werden war früher anscheinend ein Traumberuf für alle Kinder, denn Schreiber waren sehr hoch angesehen und ohne Schreibfähigkeiten hatte man kaum Möglichkeiten auf der Karriereleiter ganz nach oben zu steigen.
Mit einer guten Schulbildung konnte man z.B. Priester oder Beamter werden. Auch Handwerker, die Tempel und Gräber bauten, sollten möglichst des Schreibens mächtig sein. Natürlich musste auch der Nachfolger des Pharao auf die Schreibschule, denn ohne lesen und schreiben zu können lässt es sich schlecht regieren.
Meistens gingen nur die Jungen zwischen 5 und 10 Jahren zur Schule, aber es gibt auch Zeugnisse die belegen, dass Mädchen ebenfalls die Schule besuchen durften. Generell durften wohl Kinder aus allen Bevölkerungsschichten zur Schule gehen, aber Kinder aus ärmeren Verhältnissen mussten ihren Eltern zur Hand gehen und hatten später eh kaum Chancen einen hoch anerkannten Beruf zu ergreifen.

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Wo fand der Unterricht statt?

Der Unterricht fand in Verwaltungsgebäuden und Tempelschulen, die im "Haus des Lebens" untergebracht waren, statt. Lehrer waren meistens staatliche Beamte. Kinder hoher Würdenträger und des Pharao wurden auch im Palast unterrichtet. Die meisten Schüler kamen aus der naheliegenden Umgebung. Reiche Eltern ließen ihre Kinder auch auf weit entfernte Schulen gehen, damit sie die beste Ausbildung genießen konnten.

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Der Unterricht

In der Schule ging es anscheinend sehr streng zu. Es gab sogar Schläge wenn ein Schüler zu spät kam und einen Teil des Unterrichts versäumt hat. Eine Schrift belehrt uns, dass ein Knabe das Ohr auf dem Rücken haben sollte, um während der Schläge zuzuhören.
In der Schule wurden auf kleinen Tonscherben, die Ostrakas genannt werden, geschrieben. Papyrus war viel zu wertvoll für Schreibübungen. Erst wenn die Schüler schon recht gut schreiben konnten, durften sie Papyrus benutzen. Geübt wurde durch Abschreiben und Auswendiglernen von alten Texten, Wertvorstellungen und Ratschlägen der damaligen Zeit. Moral und Fleiß waren wohl die wertvollsten Eigenschaften eines Schülers. In den Lehrtexten wurden auch alle Vorzüge des Schreibers aufgezählt und andere Berufe gnadenlos niedergemacht.

Bevor man anfing zu schreiben setzte man sich in den Schneidersitz und legte seine Schreibutensilien auf dem gestrafften Schurz. Dann verspritzte man mit seinem Wasserschälchen ein paar Tropfen zu Ehren des Schreibergottes Thot. Im Wasserschälchen selbst rührte man die trockenen Farben zum Schreiben an. Benutzt wurde schwarze Tinte aus Ruß und rote aus Ocker oder Hämatit. Letztere gebrauchte man um etwas besonders hervorzuheben, wie z.B. Überschriften oder Kapitelanfänge, aber auch um etwas zu korrigieren, wie es auch heute noch gemacht wird. Aufgetragen wurde die Tinte mit einer dünnen Binse, die der Schreiber hinter das Ohr steckte. Ein Ende der Binse wurde immer angekaut aufgefunden. Ob man damit schrieb oder ob das einfach nur eine schlechte Angewohnheit gewesen ist, kann man heute nicht mehr nachvollziehen.

Schreibübung
Oben die schönen Schriftzeichen eines Lehrers, unten der Kopieversuch eines Schülers

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Was wurde noch gelehrt?

Außer schreiben lernten die Schüler auch noch ihre Geschichte, Geographie, Astronomie und Mathematik. Aber auch Sport, Bildhauerei und Malerei gehörten auf dem Lehrplan.