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Der
Tempel von Esna 
Karte der Vorhalle/des
Hypostyls des Esna-Tempels
aus Reclams Lexikon des alten Ägypten, 1998, Reclam jun. München
Der
Tempel war hauptsächlich dem Widdergott Chnum geweiht, aber auch andere
Götter, wie Neith (Kriegsgöttin) und Heka (Magie) fanden in Teilen des
Tempels ihre Verehrung. Bevor der Tempel von Esna in der
griechisch-römischen Epoche unter den Ptolemäern geweiht wurde, gab es
einen Vorgängerbau, den spätestens Thutmosis III. errichtete.
Die letzte
Inschrift stammt vom römischen Kaiser Desius (250 n. Chr.).
Auguste
Mariette legte im vorletzten Jahrhundert die Vorhalle des Tempels frei. Der
übrige Teil liegt bis heute noch
unter der Stadt begraben. In dem Hypostyl findet man
Malereien von astronomischen Szenen, Tierkreiszeichen und einem Kalender
mit den religiösen Hauptfesten. Sehr interessante Texte zur
Weltschöpfung und magische Rituale prägen ebenfalls die Vorhalle. Ein Prozessionsweg führte wahrscheinlich vom
Tempel direkt zum Nil, wo der Kaiser Marc Aurel (161 - 180 n.Chr.) seine
Kartuschen an der Kaianlage hinterließ.
In koptischer Zeit wurde der Tempel als Kirche und Baumwolllager benutzt. Heute liegt
er 9 Meter unter dem Stadtniveau.
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