Im Tempel

Bei den vielen ägyptischen Göttern war es kein Wunder, dass Ägypten mit Tempeln und Heiligtümern überzogen war.


Wie viele es waren, wagt heute kaum einer zu schätzen. Wie ein typischer altägyptischer Tempel aussah und wie das Leben in diesen heiligen Orten vonstatten ging, wissen wir durch die vielen gut erhaltenen Tempel und den dort eingemeißelten Abbildungen und Inschriften.

Strickspannen, Pharao Sethos I. und Seschat im Tempel von Abydos

„Strickspannen“ heißt diese symbolische Gründungszeremonie eines Tempels, die Pharao Sethos I. zusammen mit der Göttin Seschat ausführt. Dabei werden zwei Pflöcke in den Boden geschlagen, die mit einem Strick umspannt sind.
Tempel von Abydos
Neues Reich, 19. Dynastie

Mehr als nur ein Kultort der Götter

Der ägyptische Tempel war viel mehr als ein Kultort der Götter. Er war Zurschaustellung von Pharaos Macht und Größe, wie wir an den immer wiederkehrenden Bild „Der Pharao erschlägt seine Feinde“ sehen können. Doch es steckte noch viel mehr dahinter. Für die Ägypter war das wichtigste die Maat, die Ordnung, Gerechtigkeit, die Welt im Gleichgewicht. Isfet, das Chaos, durfte nicht in Ägypten einfallen.
In den Tempeln wurde dafür gesorgt, dass dies so bleibt. Hier fand ein Austausch zwischen Gott und dem Pharao statt. Durch den Ausbau und Neubau der Kultstätten und durch die dort stattfindenden Opfer, wurden die Götter zufriedengestellt. Als Gegenleistung schenkten sie dem Pharao die Macht, die Maat aufrechtzuerhalten.

Tempel von Kom Ombo

Der Tempel – Lage und Architektur

Hypostyl, Perystil, Mammisi

Der ägyptische Tempel bestand aus verschiedenen Bereichen, wie Hypostyl, Perystil und das Mammisi, die hier vorgestellt werden. Die nachfolgende Beschreibung passt natürlich nicht auf jeden Tempel, aber doch auf sehr viele, wie sie in ganz Ägypten verteilt zu finden waren.

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Sternendecke Karnak

Zentrum des Wissens und Mammons

Manchmal nicht sehr religiös

Das Leben im Tempel war geprägt von starren Regeln und Reinheitsgeboten. Zudem glich der ägyptische Tempel mehr einem Verwaltungsgebäude, denn einer Kultstätte. Er war nicht nur religiöses, sondern auch wirtschaftliches und kulturelles Zentrum.

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Priester Kom Ombo Tempel

Die Priester

Eine Schar von Gläubigen (und Ungläubigen)

In jeder Kultstätte arbeitete eine große Schar von Priestern. Der Ranghöchste war der Hohepriester, der für die Leitung des Tempels verantwortlich war. Die Arbeit dort war mehr ein Teilzeitjob als Vollzeitarbeit. Die meisten arbeiteten auch noch in anderen Bereichen, wie als Schreiber, Lehrer, Magier oder Arzt.

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