Tutmanie
Nach der Entdeckung des Grabes von Tutanchamun 1922 erreichte die
Ägyptomanie in der westlichen Welt einen neuen Höhepunkt. Fieberhaft wurde alles
aufgesogen, was die Medien über den Kindkönig und seine Schätze veröffentlichten, so
auch den vermeintlichen Fluch, der die Faszination des alten Ägyptens noch steigerte. So
dauerte es auch nicht lange bis die ersten Bücher und Filme über den "Fluch der
Mumie" herauskamen. Die Terra-X Dokumentation "Der Fluch des
Pharao" im ZDF erreichte die Rekordquote von 13 Millionen Zuschauern.

Kinoplakat von 1944
Auch die High Society feierte wie im letzten Jahrhundert Ägypten-Partys, diesmal aber
unter dem Motto Tutanchamun.
Der Höhepunkt der Tutmanie war sicherlich die Wanderausstellung mit den Schätzen aus dem
Grab, die durch Amerika und Europa tourte - mit Riesenerfolg. In Washington kamen alleine
800 000 Menschen zur Ausstellung, die auch vor mehreren Stunden Wartezeit nicht
zurückschreckten.
Die Museumsshops machten einen riesigen Umsatz und verkauften alles, was das Gesicht
Tutanchamuns zierte: Stifte, Gürtelschnallen, T-Shirts, Puzzles und so weiter und so
fort. Auch so manche Geschäfte rochen den Duft des Erfolges von Tutanchamun und
verkauften Torten, nachgemachten Schmuck, Möbel und Nylon-Schlafsäcke in
Mumienbinden-Look für 1200 Dollar das Stück. Dies war natürlich auch die Geburtstunde
zahlreicher Witze über die Tutmanie der Leute.
Unvergessen bleibt der
Auftritt von Steve Martin bei der Comedy-Show Saturday Night Live. Der Song "King Tut"
war so beliebt, dass er sogleich die Hitparade stürmte und es immerhin bis
auf Platz 17 der US-Hitparaden brachte.

King
Tut-Video (bei
MySpace)
King
Tut-Songtext
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