Die Verwaltung

Die Zentral- und Regionalverwaltung

Beamte

 

Die Zentral- und Regionalverwaltung

Die Verwaltung im alten Ägypten war in zwei unterschiedlichen Bereichen unterteilt:

Die Zentralverwaltung
In ihr wurden die Steuergelder verwaltet, die in staatlichen Unternehmungen wie den Außenhandel und das Heer gesteckt wurden. Der Oberste in der Zentralverwaltung war der Wesir.

Die Regionalverwaltung
Sie war für die Steuereintreibung und für die Einteilung der Arbeitskräfte bei staatlichen Unternehmungen im Land zuständig.
Das Land Kemet war in 22 oberägyptische und 20 unterägyptische Verwaltungsabschnitte (Gaue, griechisch nomoi, Einzahl: nomos) unterteilt. Die Zahl 42 hatte eine mystische Bedeutung im alten Ägypten. Im Totengericht gab es 42 Richter und man sagte, dass die Ägypter 42 heilige Bücher hatten.
Den Vorsitz der regionalen Verwaltungen hatten die jeweiligen Gouverneure.

Schutzheilige der nomoi
Zwei Schutzheilige der nomoi. Auf ihrem Kopf tragen sie die Hieroglyphe ihres Gaues
Grabtempel Ramses II. in Abydos

Die meisten Tempel hatten übrigens eine eigene Verwaltung und mussten so auch keine Steuern zahlen, bzw. keine Arbeitskräfte zur Verfügung stellen.

 

Beamte

Das Beamtentum im alten Ägypten war bei weitem zahlreicher vertreten als heute. Neben den Beamten in der Zentral- und Regionalverwaltung, waren sie auch in Künstler- und Handwerkerbetrieben und sogar in der Wissenschaft vertreten. Da Ägypten keine Trennung von "Staat und Kirche" kannte, gehörten die Tempel ebenfalls zu den Staatsinstitutionen. 
Lesen, Schreiben und Rechnen musste jeder Beamte können, weshalb sich ab dem Mittleren Reich der Name "Schreiber" für alle Beamten einbürgerte.
In der Regel wählte zuerst der Pharao seine Staatsdiener aus seiner nahen Verwandtschaft aus. Als die verschiedenen Ämter weitervererbt wurden und sie weitgehend vom Pharao unabhängig regierten, entstand eine gefährliche Macht, die in Streitigkeiten um die Krone und der 1. Zwischenzeit endeten. Im Mittleren Reich wurde man vorsichtiger und man legte die Hauptverwaltung am Königshof und unterstellte sie wieder mehr dem König. Trotzdem blieb das Amt größtenteils immer noch erblich. Es gab aber auch Ausnahmen. So machte Thutmosis IV. die mit ihm aufgewachsenen Freunde zu hohen Beamten. Echnaton erhob besonders treue und ergebene Diener, die er für seine neue Religion brauchte in den Staatsdienst, darunter sogar Ausländer, wie einige fremdländisch klingende Namen belegen.
Entlohnt wurden Beamte durch Ländereien und den wirtschaftlichen Erträgen ihrer Institution. Als "Altersrente" erhielten sie oft Priesterstellen an großen Tempeln, womit sie ihren Lebensunterhaltung gesichert hatten.

Es gab so viele Aufgabenbereiche, dass es an die 1600 belegte Ämter- und Rangtitel im Alten Reich gab.

Die 5 höchsten Beamten des Staates waren bis zum Neuen Reich:

- Der Wesir

- Der Siegelvorsteher
(war mit der Verwaltung der Schatzkammer vertraut)

- Der Befehlshaber der Armee

- Der "Vorsteher der Felder"
(für die Landwirtschaft zuständig)

- Der Schreiber der königlichen Archive
(eine Art Innenminister)

Ab dem Neuen Reich wurde der Vizekönig von Kusch eingeführt, der für die Verwaltung Nubiens zuständig war. Er genoss das gleiche Ansehen wie ein Wesir