Eheglück und Eheweib – Die Stellung der Frau

Ein Harem für den Mann?

Polygamie im alten Ägypten?

Ob sich die Männer des einfachen Volkes auch mehrere Ehefrauen nehmen durften, steht nicht gesichert fest, ist aber eher unwahrscheinlich. Darstellungen eines Mannes mit zwei Ehefrauen können auch darauf hindeuten, dass sich der Mann nach dem Tod seiner Frau neu verheiratet hatte. Im Jenseits wollte er mit beiden Gattinen zusammen sein, weswegen er beide hat darstellen lassen.

Gesetzlich war die Polygamie zumindest nicht verboten. Vermutlich schreckte den Mann nicht die finanzielle Seite während der Ehe sondern im Falle einer Scheidung. Denn wenn sich zwei Frauen von ihm scheiden ließen, sah es schlecht aus mit seinen Finanzen.

Zweitfrau bei Kinderlosigkeit

Bei den Bessergestellten sah dies natürlich anders aus. Sie konnten es sich „leisten“, einen kleinen Harem oder zumindest eine Konkubine zu haben. Dies schmälerte natürlich nicht die Rechte der Hauptfrau. Es gibt Fälle, da war es sogar der eigene Wunsch der Gattin, dass sich der Mann eine Zweitfrau nahm. So z.B. bei Kinderlosigkeit. Kinder waren die finanzielle Stütze im Alter und sorgten vor allem dafür, dass die Eltern eine ordentliche Bestattung bekamen und der Totenkult gepflegt wurde.

„Mache sie glücklich solange du lebst“

Seine Ehefrau zu schlagen oder sie zu zwingen, ihrem Mann zu gehorchen, war verpönt, wie zahlreiche Weisheitstexte belegen. Harmonie schien ein großes Gut in einer Ehe zu sein. Abbildungen zeigen Ehepartner wie sie sich gegenseitig die Arme um die Hüfte legen oder wie die Frau ihre Hand auf die Schulter ihres Mannes legt, manchmal auch spielende Kinder zu ihren Füßen.