Die Geschichte Ägyptens

Die Zweite Zwischenzeit (ca. 1794 - 1550 v. Chr.) und das Neue Reich (ca. 1550 - 1070 v. Chr.)


Zweite Zwischenzeit (ca. 1794 – 1550 v. Chr.)

13. – 14. Dynastie (ca. 1794-1648 v.Chr.)

Etwa 50 Könige regieren in den 150 Jahren der 13. Dynastie.
Da die Könige in den meisten Fällen nicht miteinander verwandt sind, nennt man die 13. und die 14. Dynastie auch „Pseudo-“ Dynastien.
In der 14. Dynastie zerfällt das Reich. Beamte und Offiziere greifen nach der Macht.

15. – 17. Dynastie (ca. 1648-1550 v. Chr.)

Die Hyksos fallen aus dem Osten in das Land am Nil ein. Pferde und Streitwagen, bislang völlig unbekannt in der Geschichte Ägyptens, gehören zu den gefährlichsten Waffen der Hyksos und die Ägypter haben ihnen nichts entgegenzusetzen.
Die neue Hauptstadt wird Auaris am östlichen Nildelta.
Im Delta und in Mittelägypten teilen sich mehrere Herrscher die Macht und bilden gemeinsam die 16. („Pseudo-„) Dynastie. In Theben läuft parallel zu der 15. (Hyksos) und 16. die 17. Dynastie.
Nachdem die verschiedenen Machtbereiche einige Zeit mehr oder weniger friedlich nebeneinander existieren, formiert sich in Theben eine mächtige Gegenbewegung.

Neues Reich (ca. 1550 – 1070 v. Chr.)

18. Dynastie (ca. 1550-1292 v.Chr.)

Der Hatschepsut-Tempel

Der Hatschepsut-Tempel

Erst in seinem 18./19. Regierungsjahr schafft es König Ahmose, die Hauptstadt der Hyksos, Auaris, einzunehmen und die fremdem Herrscher aus Ägypten zu vertreiben. Was bleibt, sind die Pferde, die Streitwagentechnik und der Kompositbogen (großer Bogen, der aus versch. Materialien zusammengesetzt ist).
Memphis wird die militärische, Theben die religiöse Hauptstadt des Landes.

Arbeitersiedlung Deir el Medina.
Amun wird endgültig zum Reichsgott.
Königin Hatschepsut legitimiert ihre Thronansprüche als „Tochter Amuns“ und baut dem Gott zu Ehren den großen Terassentempel in Deir el-Bahari.
Unter Thutmosis III. erfährt das Reich die größte Ausdehnung seiner Geschichte. Die Grenzen reichen nun vom Euphrat im Nordosten, bis zum 4. Nilkatarakt im Süden.
Handelsbeziehungen bis in die Ägäis.
Unter Amenophis III. hat Ägypten seinen wirtschaftlichen und künstlerischen Höhepunkt erreicht.
Sein Sohn Amenophis IV. (der sich später Echnaton nennen wird) schafft alle Götter ab und verehrt nur noch den Sonnengott Aton. Neue Hauptstadt wird Amarna (Achetaton). Echnatons Religionsreform und desolate Außenpolitik stürzt Ägypten in eine Krise.
Sein Nachfolger Tutanchamun führt die alten Götter wieder ein.
Memphis wird die Hauptstadt des Reiches.
General Haremhab ist der letzte Herrscher der 18. Dynastie.

19. Dynastie (ca. 1292 – 1186 v. Chr.)

Ramses I., Soldat und Wesir unter Haremhab, gründet die 19. Dynastie. Es entsteht eine neue Stadt im östlichen Nildelta, die unter seinem Enkel Ramses II. zur Hauptstadt wird: Pi-Ramesse.
In seiner 66-jährigen Regentschaft überzieht Ramses II. das Land mit seinen Bauwerken (u.a. der berühmte Tempel von Abu Simbel).
Nach einer erfolglosen Schlacht gegen die Hethiter schließt Ramses II. den ersten Friedensvertrag der Weltgeschichte.
Ramses‘ Nachfolger kämpfen erfolgreich gegen die Libyer und gegen die gefährliche Bedrohung der „Seevölker“.

20. Dynastie (ca. 1186 – 1070 v. Chr.)

Medinet Habu

Medinet Habu

Neun Könige mit dem Namen Ramses versuchen den alten Glanz ihres Vorbildes wiederherzustellen, was nur Ramses III. annähernd gelingt. Libyer und vor allem die „Seevölker“ versuchen die Macht in Ägypten an sich zu reißen. Ramses III. weiß dies durch große Schlachten erfolgreich zu verhindern, die er in seinem Tempel von Medinet Habu darstellen lässt.
Arbeiterstreik in Deir el-Medina wegen ausfallender Lohnzahlungen.
Die Korruption innerhalb des Beamten-apparates erreicht einen Höhepunkt.
Großzügige Stiftungen an die Tempel des Landes verhelfen den Priestern zu ungeheurer Macht.