Recht und Ordnung

Die Gerichtsakte von Paneb - dem Schläger

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Die Geschichte eines Rauf- und Trunkenboldes

Ende der 19. Dynastie wohnte im beschaulichen Arbeiterdorf Deir el-Medineh ein Mann namens Paneb. Er war Steinmetz und hatte sogar die angesehene Stellung eines Vorarbeiters inne.

Auf dem ersten Blick ein tüchtiger Arbeiter, wenn da nicht sein Image als Rauf- und Trunkenbold sowie Weiberheld gewesen wäre. Zumindest behauptet dies ein Handwerker namens Amunnacht, der Paneb auf die Anklagebank brachte.

Die harten Anschuldigungen

Amunnacht beschuldigte Paneb ihm seine von Rechts wegen zugesicherte Stelle als Vorarbeiter weggenommen habe. Außerdem hätte er seinem eigenen Adoptivvater die Tür mit einem Stein eingeschlagen und in derselben Nacht noch neun Männer verprügelt. Und als ob das noch nicht genug an schändliche Taten wäre, soll Paneb noch den Vorarbeiter Hay bedroht haben, ihn umzubringen. Er setzte sein Vorhaben aber erst mal nicht in die Tat um, sondern vergnügte sich mit verheirateten Frauen und vergewaltigte letztendlich die Ehefrau des Anklägers.

Trotz der immensen Fülle an Anschuldigungen wurde Paneb nicht verurteilt. Ob durch Bestechung, aufgrund von Fürsprechern oder ob sich die Richter vor der Rache des gewalttätigen Paneb fürchteten, bleibt ungewiss.

Ein schlimmes Sakrileg


An den Kragen ging es Paneb aber einige Zeit später, als er der Grabräuberei bezichtigt wurde. Er soll aus dem Grab des Merenptah eine hölzerne Gans gestohlen haben und aus einem anderen Grab ein Bett und Steine, um sie für sein eigenes Grab zu verwenden.

Zu allerübelst setzte sich der besoffene Paneb auch noch auf den Sarkophag des Pharaos Merenptah. Ein schlimmes Sakrileg! Paneb musste vor Gericht erscheinen, und auch wenn uns das Urteil nicht vorliegt, so ist es doch sehr wahrscheinlich, dass er zum Tode verurteilt wurde. Zumindest erscheint sein Name nie wieder, und er wurde als Vorarbeiter durch jemand anderen ersetzt.