Kleopatra

Caesar und Kleopatra

Eine Legende beginnt

Die erste Zeit hielt die 18-jährige Kleopatra ihren 8 Jahre jüngeren Bruder Ptolemaios XIII erfolgreich aus den Regierungsgeschäften heraus. Doch an der Seite ihres Bruders stand der ehrgeizige und skrupellose Eunuch Pothinos, der es 49 v. Chr. schaffte, Kleopatra aus dem Palast zu vertreiben.

Julius Caesar

Büste von Julius Caesar
45 – 44 v. Chr.
Museo di Antichita Turin

Caesar in Ägypten – Die Ermordung Pompeius

In fernen Rom war Caesar der mächtigste Mann im Staat. Sein ehemaliger Verbündeter Pompeius war mittlerweile sein größter Widersacher. Nach langem Machtgeplänkel siegte schließlich Caesar und verfolgte Pompeius bis nach Alexandria, wo er beim minderjährigen Ptolemaios XIII. um der Freundschaft seines Vaters Willen, Unterschlupf suchte. Die Ägypter fanden aber, dass Caesar den mächtigeren Verbündeten abgab, lockten Pompeius in einen Hinterhalt, ermordeten ihn und übergaben Caesar seinen Kopf. Caesar verbarg seinen Unmut darüber, dass sich die Ägypter in die Staatsangelegenheiten Roms einmischten und ließ sich in Alexandria nieder.

Kleopatras List – Die Geschichte vom Teppich

Kleopatra witterte ihre Chance. Mittlerweile hatte sie ein Heer aus arabischen Söldern zusammengezogen und wartete auf die Armee ihres Bruders. Im Kampf um den Thron erhoffte sich Kleopatra bei Caesar Hilfe. Dieser war inzwischen im Palast von Alexandria, um eine vermittelnde Rolle zwischen Kleopatra und ihrem Bruder einzunehmen. Deren verstorbener Vater soll Rom darum gebeten haben, seinen letzten Willen bezüglich seiner Nachfolgeregelung durchzusetzen.

Erzählungen zufolge soll Kleopatra in einen als Geschenk überreichten Teppich eingerollt haben und so unentdeckt zu Caesar gelangt sein. Dieser war von der List so beeindruckt und amüsiert, dass er für sie Partei ergriff und ihr wieder den Thron neben ihrem Bruder zuwies. Ihr anderer Bruder Ptolemaios XIV. und ihre Schwester Arsinoe sollten weit weg von Alexandria in Zypern regieren und so ging diese Insel nach 10 Jahren wieder zurück an die Ptolemäer, was in Rom natürlich für Empörung sorgte. Doch viel mehr gärte es in Alexandria.

Caesar in Gefahr – Der Aufstand der Alexandriner

Die Einmischung der Römer und Caesars offensichtliche Absicht, die horrenden Schulden des verstorbenen Ptolemaios XII einzutreiben, gefiel den Alexandrinern gar nicht. Kleopatras Bruder sah sich durch die Gunst, die Caesar seiner Schwester schenkte, auf der Verliererstraße. Und so zettelte er zusammen mit Pothinus und seinem General Achillas einen Aufstand an, der im „Alexandrinischen Krieg“ endete.

Der Brand von Alexandria

Caesar sah sich einer fünffachen Überzahl gegenüber. Doch er nahm den Aufrührer Ptolemaios XIII. als Geisel und schaffte es trotz der Übermacht der Ägypter, Teile der Stadt Alexandrias unter seiner Kontrolle zu halten. Im Hafen steckte er Schiffe in Brand, aber das Feuer geriet außer Kontrolle und mehrere tausend in der Hafenanlage gestapelte Bücher fielen den Flammen zum Opfer (mittlerweile ist man von der Theorie abgewichen, dass die Bibliothek von Alexandria verbrannte).

Arsinoe – Kleopatras Schwester will den Thron

Kleopatras Schwester Arsinoe wollte nicht nach Zypern. Der Thron Ägyptens schien ihr ein viel lohnenswerteres Ziel zu sein und so verbündete sich Arsinoe mit General Achillas, den sie erfolgreich von ihren Thronansprüchen überzeugte. Doch das Volk hatte keine Sympathie für Arsinoe übrig und verlangte zudem die Freilassung seines Königs. Caesar ließ Ptolemaios aus umstrittenen Gründen tatsächlich frei. Vielleicht erhoffte er sich, dass Ptolemaios und Arsinoe, die ja ebenfalls ihren Anspruch auf den Thron geltend machte, das Lager der Ägypter tief spaltete. Die Freilassung entpuppte sich aber als Fehler, denn der Widerstand der Ägypter hielt unverändert an.

Rettung kam schließlich  aus Kleinasien. Der Feldherr Mithridates von Pergamon eilte Caesar mit seinem Truppen zu Hilfe und gewann 47 v. Chr. den Krieg.




Kleopatra am Ziel – Herrscherin über Ägypten

Ptolemaios ertrank bei der Entscheidungsschlacht im Nil. Sein Berater Pothinos wurde von Caesar hingerichtet. Sein Feldherr Achilles wurde nach einer Meinungsverschiedenheit mit Arsinoe von ihr aus dem Weg geräumt. Caesar schleppte sie mit nach Rom, wo sie in einem Triumphzug vorgeführt wurde. Doch das Volk Roms empfand Mitleid mit ihr und daher ließ Caesar Arsinoe nicht töten sondern verbannte sie nach Griechenland.

Nicht nur Liebe, sondern auch politisches Kalkül

Doch zuvor setzte Caesar noch Kleopatra auf Ägyptens Thron und sie machten ihre berühmte Lustfahrt auf dem Nil. Caesar machte seine Geliebte sicher nicht nicht nur aus reiner Liebe zur Königin Ägyptens. Es war vielmehr politisches Kalkül. Denn jede ausländische Provinz hatte einen eigenen Statthalter. Und wem in Rom konnte er dieses Land anvertrauen? Er hatte noch zu viele Feinde und in Ägypten, das reich an Gold und Korn war, könnten sich diese leicht zusammenrotten und gegen ihn zu Felde ziehen.
Außerdem konnte er Aufstände der Alexandriner gegen das verhasste Rom zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht gebrauchen. Also regierte von nun an eine Königin Ägypten, zusammen mit ihrem 12-jährigen Brudergemahl Ptolemaios XIV. Zu ihrem Schutz (und wahrscheinlich auch zu ihrer Beobachtung) ließ Caesar römische Truppen zurück und reiste 47 v. Chr. wieder nach Rom.

Caesarion

Kleopatra war zu dieser Zeit im 7. Monat schwanger von ihm. Am 23. Juni 47 erblickte Ptolemaios XV. Caesar das Licht der Welt. Die Bevölkerung nannte ihn liebevoll Caesarion (kleiner Caesar).

Kleopatra in Rom und die Ermordung Caesars

Kleopatra folgte ihrem Geliebten nach Rom, um Caesar weiter an sich zu binden. Die Bürger Roms waren schockiert, konnten aber ihr Interesse an der „Orientalin“, nicht verbergen.

Caesars Testament

Kleopatra erreichte ihr Ziel nicht. Caesar setzte ein Testament auf, in dem er Caesarion und seine Mutter nicht berücksichtigte und machte seinen Adoptivsohn Octavian zu seinem Haupterben. In den Iden des März (15.3.) 44 v. Chr. wurde Caesar, der sich am Ende seines Lebens mit Titeln, z.B. „Diktator auf Lebenszeit“, überhäufen ließ und den Senat anfeindete, durch Senatsmitglieder ermordet. Kleopatra flüchtete mit ihrem Sohn zurück nach Ägypten.

Caesarion wird zum Mitregenten

Kurze Zeit später räumte Kleopatra ihren Bruder und Mann Ptolemaios XIV. aus dem Weg. Sie war nun alleinige Herrscherin über Ägypten. Doch weil die Tradition der ägyptischen Könige einen männlichen Gegenpart verlangte, ernannte sie ihren Sohn Caesarion im Alter von 3 Jahren offiziell zu ihrem Mitregenten.

Kleopatra und Caesarion

Schon im Alter von drei Jahren ernannte Kleopatra ihren Sohn Ptolemaios XV. Caesar (Caesarion) zu ihrem Mitregenten. Auf der Außenfassade des Tempels von Dendera ließ sich sich zusammen mit ihrem Sohn abbilden. Mutter und Sohn (links) stehen opfernd vor den Göttern (kleiner) Harsomtus, Isis, Harsomtus (und nicht mehr im Bild: Osiris, Horus und Isis)
Tempel von Dendera
Ptolemäerzeit