Einkaufen und Preise in Ägypten

Die Kunst des Feilschens

Wie man handelt

Feilschen ist nicht gerade das, was uns „Westlern“ in die Wiege gelegt wurde. Auch ich tue mich da zugegebenermaßen noch schwer damit, da mir die gewisse Kaltschnäuzigkeit dafür fehlt. Letztendlich schlummern aber in vielen von uns derartige Talente bzw. gilt hier wie in so vielen Situationen im Leben auch: Übung macht den Meister. Die nachfolgenden Tipps klappen natürlich nicht immer aber sie geben zumindest eine gute Grundlage, um die Kunst des Feilschens zu erlernen.

Basar Tal der Könige

Bevor man die historischen Stätten erreicht (oder sie wieder verlassen möchte), muss man manchmal durch solche Einkaufsgässchen, die in einem Spießrutenlauf ausarten können

Wo ihr besser nicht feilschen solltet
In Geschäften mit ausgezeichneter Ware, die keine typischen Touristensachen verkaufen, sowie in Restaurants wird nicht gefeilscht, sondern es wird der Preis gezahlt, der ausgewiesen ist.

Fantasiepreise

Wenn ihr an einem typischen Touristenort oder in in einem typischen Touristengeschäft nach einem Preis fragt, könnt ihr mit an 100% grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass es sich um einen Fantasiepreis handelt. Nun geht es es also ans Feilschen. Und das tut am besten nicht in Euro, wie euch oft angeboten wird, sondern lieber in Ägyptische Pfund. So behaltet ihr besser die Relation und könnt in kleineren Schritten runterhandeln als in Euro.

Fliegende Händler auf einem Boot

Kommt man in die Nähe des Assuan-Staudamms, kann man besonders pfiffige Händler antreffen. Sie vertauen ihr Boot mit dem Schiff und preisen ihre Waren an. Kommt es zum Kauf, müssen sowohl Händler als auch Touristen zielgenau werfen können

Wie man feilscht

Überlegt euch am Anfang eine Schmerzgrenze, welchen Preis ihr höchstens ausgeben wollt und startet mit eurem ersten Gebot deutlich darunter. Natürlich wird das Geschreie bei so einem niedrigen Angebot erst einmal groß sein. Lasst euch nicht davon beeindrucken und habt immer eure Schmerzgrenze im Kopf.

Wenn ihr kurz vor eurem Limit angekommen seid und keine Einigung in Sicht ist, kehrt dem Händler den Rücken und geht ein paar Schritte weiter. Der Händler wird euch folgen und mit seinem Preis noch weiter runtergehen und bestenfalls eure Schmerzgrenze erreichen. Vielleicht liegt eure Schmerzgrenze aber weit unter der seinen, was ihr in der Regel an der hartnäckigen Wiederholung des Preises, gepaart mit Ausführungen über die Vorzüge und der Schönheit seines Artikels erkennen könnt.

Wenn der Händler dann partout nicht mehr runtergehen möchte, könnt ihr noch versuchen, den letzten Trumpf zu ziehen und den Betrag zücken, den ihr zu zahlen bereit seid. Bargeld hat oft eine überzeugendere Wirkung als Worte.

Zusammengefasst: Das kleine 1×1 des Feilschens
1. Der erstgenannte Preis ist ein Fantasiepreis
2. Verhandelt in der Landeswährung, nicht in Euro
3. Überlegt zu Verhandlunsgbeginn, wo eure Schmerzgrenze liegt
4. Wenn ihr euch nicht einigen könnt, geht einfach weiter, der Preis wird fallen
5. Zückt Bargeld, wenn andere Argumente nicht mehr wirken