Das Zweibrüdermärchen

Der Verrat von Anubis' Frau

Kapitel 5

Nachdem das Land hell geworden und der nächste Tag entstanden war, zogen sie mit ihrem Saatgut los aufs Feld und sie begannen zu pflügen. Sie waren überaus erfreut über ihre Arbeitsleistung zum Beginn (ihrer) Arbeit.

Nachdem einige Tage vergangen waren nach diesem, waren sie (wieder) auf dem Feld. Sie hatten Mangel an Saatgut, woraufhin er seinen jüngeren Bruder losschickte mit den Worten: „Beeile dich und hole für uns Saatgut aus dem Dorf!“

Sein jüngerer Bruder fand die Frau von seinem älteren Bruder, indem man da saß und sie frisierte.

Kapitel 6

Da sagte er zu ihr: „Steh auf, du sollst mir Saatgut geben, damit ich (zurück) zum Feld eilen kann, denn das was mein älterer Bruder macht, ist auf mich warten! Lass uns nicht zögern!“

Daraufhin sagte sie zu ihm: „Geh und öffne den Speicher. Hol dir das, was du dir wünschst! Lass mein Frisieren nicht unvollendet sein!“

Da trat der Jüngling in seinen Stall hinein. Er holte einen großen Hnw-Topf, denn sein Wunsch war es, besonders viel Saatgut mitzunehmen. Er belud ihn mit Gerste und Emmer und er trat hinaus mit ihnen.

Kapitel 7

Daraufhin sagte sie zu ihm: „Wieviel Gewicht ist es, das du auf deinen Schultern (trägst)?“ Und er sagte zu ihr: „Drei Sack Emmer und zwei Sack Gerste, in der Summe fünf sind es, die auf meinen Schultern sind“, so sagte er zu ihr. Dann sprach sie bei ihm mit den Worten: „Es gibt große Kraft in dir und ich erblicke deine Stärke täglich.“

Und Ihr Wunsch war es, ihn zu erkennen wie man einen Mann erkennt (also mit ihm zu schlafen). Da stand sie auf und sie packte ihn. Sie sagte zu ihm: „Komm! Wir machen uns ein Schäferstündchen! (wörtlich: Eine Stunde des Schlafens). Nützlich wird dies für dich sein, denn ich werde für dich schöne Kleider machen.“

Kapitel 8

Daraufhin geriet der Jüngling wie ein Leopard in Rage wegen der schlechten Äußerung, die sie ihm gesagt hatte. Sie fürchtete sich außerordentlich. Da sprach er bei ihr mit den Worten: „Und siehe, du bist bei mir in der Art einer Mutter und dein Ehemann ist bei mir in der Art eines Vaters, denn er, der älter ist als ich, ist derjenige der mich werden ließ (aufzog). Was soll diese große Sünde, von der du zu mir gesprochen hast? Sag es nicht noch mal zu mir! Ich werde es nicht zu einem (Menschen) sagen! ich werde nicht zulassen, dass es herauskommt aus meinem Mund zu irgendeinem Menschen!“

Er hob seine Ladung auf und er ging für sich (in sich gekehrt) aufs Feld

Kapitel 9

Dann gelangte er zu seinem älteren Bruder. Sie begannen ihrer Arbeit nachzugehen und später, zur Abendzeit, da kehrte sein älterer Bruder (heim) zu seinem Haus, während sein jüngerer Bruder hinter seiner Herde war, wobei er beladen war mit allen Dingen des Feldes.

Er trieb seine Herde vor sich, um zu veranlassen, dass sie in ihrem Stall schlafen, der in dem Dorf ist.

Doch die Frau von seinem älteren Bruder fürchtete sich vor der Äußerung, die sie gesagt hatte

Kapitel 10

Und sie holte Fett und Bandagen, damit sie wird wie eine, die zu Unrecht geschlagen wurde, in der Absicht ihrem Mann zu sagen: „Dein jüngerer Bruder war der, der geschlagen hat“

Dann kehrte ihr Mann heim am Abend nach seiner alltäglichen Gewohnheit und gelangte zu seinem Haus.

Er fand seine Frau schlafend und indem sie zu unrecht krank tat vor. Sie gab nicht Wasser über seine Hand in seiner (täglichen) Gewohnheit und sie hatte kein Licht vor ihm entzündet und sein Haus lag in Dunkelheit. Sie war dabei sich zu erbrechen und ihr Mann sprach zu ihr: „Wer ist es, der mit dir gesprochen hat?“

Daraufhin sagte sie zu ihm: „Kein einziger sprach bei mir außer dein jüngerer Bruder. Als er kam, um für dich Saatgut mitzunehmen, fand er mich alleine dasitzend. Er sagte zu mir ‚Komm, wir machen uns ein Schäferstündchen. Löse dein geflochtenes Haar‘, so sagte er zu mir. Ich gehorchte ihm nicht. ‚Bin ich nicht wie deine Mutter und dein älterer Bruder bei dir in der Art eines Vaters?‘, so sagte ich, indem ich zu ihm sprach.

Er fürchtete sich und er schlug mich, um zu verhindern, dass ich dir Meldung mache. Und wenn du ihn Leben lässt, werde ich durch mich sterben (mich umbringen)! Siehe, wenn er kommt, bedeutet, dass er…(Textteil zerstört)
Denn ich leide wegen dieser Drohung, die er mir gestern antun wollte.“