Die Tänzerin des Pharao

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In Ägypten herrscht das Grauen. Bösartige Dämonen verbreiten Angst und Schrecken. Sie überfallen die Menschen, zerfleischen sie mit ihren großen Mäulern und reißen sie mit ihren scharfen Krallen in Stücke. Ganze Dörfer haben sie bereits ausgelöscht. Dunkle Wolken kündigen die Dämonen an, doch sie scheinen aus dem Nichts zu kommen und nachdem sie ihr grausames Werk vollbracht haben, verschwinden sie ebenso schnell, wie sie gekommen sind. Kein Sterblicher kann es mit ihnen aufnehmen. In seiner Verzweiflung ruft Pharao Tutanchamun sechs Untertanen mit den unterschiedlichsten Fähigkeiten zusammen. Die beiden Krieger Amunpanefer und Pheros, den Arzt und Magier Serenjet, den Priester Paveraa, die reiche Dame Maie und Tutanchamuns beste Freundin, die Tänzerin Merit, deren Klugheit und Aufrichtigkeit er sehr schätzt. In Theben sollen sich die Gefährten im Tempel von Amun-Re einem geheimnisvollen Ritual unterziehen, das ihnen magische Kräfte verleihen soll. Nach dem Ritual herrscht große Ratlosigkeit, denn keiner von ihnen spürt eine Veränderung, geschweige denn hat eine Ahnung, welche Kräfte ihm die Götter gegeben haben. Doch die Zeit drängt. Jede Nacht wird ein anderes Dorf von den Dämonen ausgelöscht. Zusammen mit dem General Haremhab machen sie sich auf die Suche nach den geheimnisvollen Biestern. Doch wo schlagen sie als nächstes zu? Wie kann man diesen Dämonen, die direkt aus der Unterwelt zu kommen scheinen, Einhalt gebieten? Stehen sie vielleicht sogar unter dem Kommando eines Normalsterblichen? Ihnen bleibt keine andere Wahl. Sie müssen in die Unterwelt hinabsteigen und den Gott der Toten, Osiris, um Rat bitten. Der Beginn einer abenteuerlichen Reise…

Hauptperson des Buches ist die Tänzerin Merit, die von Allen aufgrund ihrer Profession erst belächelt wird, durch ihre Klugheit und Aufgeschlossenheit aber schnell den Respekt und die Sympathie ihrer Mitstreiter – und der Leser – gewinnt. Es macht großen Spaß, die charakterlich so unterschiedlichen Gefährten auf ihrer Reise zu begleiten. Die Dialoge und Sticheleien zwischen ihnen sorgen für so manchen Lacher und machen „Die Tänzerin des Pharao“ zu einem kurzweiligen und vergnüglichen Buch, bei dem natürlich die Spannung auch nicht zu kurz kommt. So fällt es einem sehr leicht, die 224 Seiten starke Geschichte in einem Rutsch durchzulesen.

Einzig sprachlich gibt es was zu meckern. Die Anrede „Sie“ ist für einen historischen Roman (auch wenn es ein Fantasy-Roman ist) doch sehr gewöhnungsbedürftig. Anscheinend selbst für die Autorin, denn manchmal driftet sie ins „Ihr“ ab. Auch „das“ Ba und Ka für die Seelen klingt ein wenig seltsam (es hat sich „der“ Ba und Ka eingebürgert). Das ungewöhnliche Wort „feixte“ springt einem nahezu auf jeder Seite ins Auge. Solche Sachen fallen zwar auf, trüben den Lesespaß aber keineswegs.
Der Autorin Judith Pere (Jahrgang 1984) ist eine erfrischende und unkonventionelle Geschichte gelungen. Unkonventionell ist vor allem auch das Ende, das einerseits doch sehr verwundert, andererseits aber auch auf einen zweiten Teil hoffen lässt. Doch an dieser Stelle soll nicht zu viel verraten werden. Fantasy-Freunde können bei „Die Tänzerin des Pharao“ getrost zugreifen.

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