Buchcover Monika Mangal: Der Retter der beiden Länder

Der Retter der beiden Länder (2 Bände)

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Der junge Arzt und Sechmetpriester Senmut führt ein einfaches, aber glückliches Leben mit seiner Familie in der Hauptstadt Mennefer. Doch seine heile Welt beginnt zu wanken, als eines Tages ein Toter vor seiner Haustür liegt, der ein Anhänger des Aton-Kults zu sein scheint und ihm anscheinend aufgelauert hatte. Kurz darauf wird er in den Palast gerufen zum mächtigsten Beamten des Landes: Amunhotep, Sohn des Hapu. Dieser bittet ihn darum, die Zähne des schwächelnden Pharaos höchstpersönlich zu behandeln. Und niemand, auch nicht der Leibarzt des Pharaos, darf davon wissen. Senmut kann sich das Ganze nicht erklären. Warum wird ein kleiner, unbedeutender Arzt ans Krankenbett des Pharaos gerufen? Warum interssieren sich die Mächtigen auf einmal für ihn? Und will ihn wirklich jemand umbringen? Die Antwort, die er von Königin Teje auf diese Fragen erhält, ist unglaublich: Der Wesir Amunhotep hat in einem Traum gesehen, dass Senmut einmal die beiden Länder vor dem Untergang retten wird. Auf einmal hat Senmut heimliche Förderer – aber auch Feinde. Sein bisher ruhiges Leben gerät allmählich aus den Fugen.

Dieser Zweiteiler ist Monika Mangals dritter Ägyptenroman. Wie auch in ihren beiden früheren Romanen hat sie sich wieder eine interessante Story ausgedacht und viele Details aus der geschichtlichen Epoche recherchiert. Dabei hat sie auch neuere archäologische Funde berücksichtigt, wie die über 100 Skelette eines Friedhofs in Amarna, auf dem überwiegend Kinder und Jugendliche begraben waren. Ihre Skelette zeigten Verletzungen und Deformitäten, wie sie nur von schwerster körperlicher Arbeit kommen können. Die Autorin bindet diese Tatsache elegant in ihren Roman um die Ereignisse am Hofe Echnatons ein.

Auch in diesem Roman würde man sich wieder wünschen, dass die Charaktere der handelnden Personen und ihre Beziehungen zueinander mehr entwickelt würden. Ihren Figuren Komplexität und Tiefe zu geben, ist keine der Stärken der Autorin. Und trotz einiger Spannungsbögen – Senmut wird vor Gericht gestellt, ins Gefängnis geworfen und muss außer Landes fliehen – konnte mich die Geschichte auch nicht so fesseln, dass ich das Buch in einem Rutsch verschlungen hätte. Ich konnte es leicht mal für ein paar Tage beiseite legen.

Aber Monika Mangal ist eben eine gute Erzählerin. Die Geschichte um den Arzt Senmut, dem prophezeit wird, dass er der Retter Ägyptens sein soll und der glaubt, er müsse dafür verhindern, dass Echnaton einen männlichen Nachfolger bekommt, ist nicht nur gut ausgedacht, sondern auch locker und flüssig erzählt. Hinzu kommt die Genauigkeit, mit der die Autorin sich um korrekte Namen und Beschreibungen der Örtlichkeiten bemüht. Die ausführliche Beschreibung des Sed-Festes des alten Pharaos Amunhotep ist ein kleines Highlight für den ägyptophilen Leser. Die Lektüre macht daher durchaus Spaß und man nimmt das Buch auch immer wieder gerne zur Hand, um weiterzulesen.

Der Ausgangspunkt der Geschichte, nämlich dass Senmuts Schicksal einem Hofbeamten in einem Traum vorhergesagt wurde und deswegen ein kleiner Mann umgehend ein sehr hohes Amt erhält, ist allerdings ein wenig an den Haaren herbeigezogen. Ebenso wie der Falke am Himmel, der Senmut bei seiner Flucht den richtigen Weg zeigt. Aber haben nicht auch die alten Ägypter an solche Wunder und die Kraft der Götter geglaubt? Es passt daher wohl in die Zeit, auch wenn wir heute ein wenig darüber die Nase rümpfen.

Sehr informativ ist das Nachwort der Autorin, in dem sie begründet, warum sie Echnaton und Nofretete in dieses spezielle, etwas unschöne Licht gerückt hat und welche Fakten ihr beim Schreiben der Geschichte halfen. Insgesamt ein guter und leicht zu lesender Roman dem es nur ein wenig an Spannung und Charakterentwicklung fehlt.

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