Einkaufen und Preise in Ägypten

Nepper, Schlepper, Bauernfänger

Einige Beispiele für die Gerissenheit so mancher Ägypter

Einige Ägypter verstehen sich sehr gut darin, Touristen in den Laden zu locken. Oft verwickeln sie ihr „Opfer“ so geschickt in ein Gespräch, dass man die Hinterlist erst bemerkt, wenn man schon mit einem Bein im Laden steht. Da können sich unsere Vertriebler hier noch eine Scheibe von abschneiden 😉

Die beliebteste Masche der Händler ist: Vertrauen aufbauen. Das kann ein deutscher Bekannter in Berlin, Düsseldorf, Köln usw. sein oder das Überreichen einer einfachen Visitenkarte und eh man sich versieht, werden einem schon die Waren oder Dienstleistungen angepriesen.

Shoppen mit dem Reiseleiter
Fragt einfach mal euren Reiseleiter, wenn ihr unsicher seid und ihr nicht alleine auf den Souk gehen möchtet. Er wird für euch aus Rücksicht zu den Händlern nicht handeln oder für euch das Objekt eurer Begierde kaufen (war bei uns zumindst immer so) aber die Händler werden euch mit ihm an seiner Seite nicht so schnell über den Latz ziehen wollen. Da Shopping-TOUREN für die meisten Männer zu TORTUREN werden können, solltet ihr es aber nicht übertreiben und eure Dankbarkeit hinterher mit einer kleinen Aufmerksamkeiten (sprich: Bakschisch) zum Ausdruck bringen

Kalesche

Zum Edfu-Tempel werden Reisende mit einer Kalesche kutschiert. Aber auch an anderen Orten lohnt sich die Fahrt an frischer Luft, um Eindrücke von Land und Leuten zu erhalten

„Tupperfahrten“

Auch Taxifahrer wittern mit dieser Masche den Geruch des Geldes und schleppen einen in die Alabasterfabrik des „Bruders“ und in die Papyrusfabrik des „besten Freundes“.

Diese Schlepper erhalten 30-50% des Verkaufspreises – ebenso wie die Reiseleiter, die ihre Touristengruppe in solche Läden führen. Die 30-50% Provision für den Schlepper schlägt der Verkäufer natürlich auf seinen Preis auf, schließlich will er ja kein Minusgeschäft machen. Daher solltet ihr bei Läden, die an Hauptverkehrsstraßen liegen und von großen Touristenbussen angesteuert werden, generell mit diesem Aufschlag rechnen.

Taxifahrer

Einem Fahrer (egal ob Taxi, Kalesche oder Felukke) solltet ihr das vorher ausgemachte Geld übrigens immer sofort geben – es sei denn er soll bei einem verabredeten Punkt auf euch warten, dann natürlich erst am Schluss – sonst kann er sich auf einmal nicht mehr an den richtigen Preis erinnern und verlangt mehr als vorher ausgemacht. Das Geld solltet ihr möglichst passend haben, sonst könnte es hinterher heißen, er hätte kein passendes Geld zum Wechseln.

Bei einem Gewürzhändler

Bei einem Gewürzhändler

Gewürzhändler

Auf eine Masche bin ich leider auch mal reingefallen (ja ja, man lernt nie aus 😉 ). Ein Gewürzhändler stopfte meine gewünschten Gewürze in kleine Tütchen und erst am Ende zählte er alles zusammen und heraus kam ein stolzer Preis. Auf Feilschversuche ging er überhaupt nicht ein und da ich, als gut erzogene Frau, es nicht übers Herz brachte zu sagen, er soll die 12 Päckchen wieder auspacken und sich zum Teufel scheren, habe ich mit Murren den ganzen Preis bezahlt. Eine Begleiterin, die des arabischen mächtig ist, hat vielleicht nur ein Viertel von meinem Preis bezahlt. Also: lieber den Preis bei jedem Gewürzbeutelchen einzeln ausmachen und merken oder irgendwo aufschreiben.

Einkaufen bei den Kopten
In der Region Luxor sind koptische Geschäfte sehr zu empfehlen – dort sind die meisten Waren mit Preisen versehen, wie der gewöhnliche Tourist das auch von daheim her kennt, zudem ist das Personal nicht mal ansatzweise so aufdringlich. Wer in einem koptischen Geschäft genügend kauft, d. h. ordentlich Geld ausgibt (das kann je nach Tagesform des Verkäufers und der Höhe der bisherigen Einnahmen auch schon ab 50 LE sein), kann mit ungefragten Zugaben rechen bzw. einem vom Händler ungefragt eingeräumten Rabatt. Da freut sich doch das Shopperherz! Neben der Tatsache, dass Kopten nicht so aufdringlich wie ihre islamischen Landsleute sind, erkennt ihr den Unterschied auch daran, dass koptische Frauen in der Regel kein Kopftuch tragen und auch oftmals (jedenfalls sehr viel öfter als ihre muslimischen Geschlechtsgenossinnen) arbeiten. In Luxor gibt es in der Nähe des Old Winterpalace mehrere koptische Geschäfte, ebenso am und im Sheratonhotel.

„Gute Qualität“

Einkaufen in Ägypten heißt immer aufpassen wie ein Luchs. Der Händler wird manchmal nicht nur versuchen, euch mit seinen Preisen übers Ohr zu hauen, sondern euch auch das Blaue vom Himmel versprechen, was die Qualität und Echtheit seiner Waren betrifft. Echte antike Stücke erweisen sich oft als billige Nachmache (generell solltet ihr „angeblich Echtes“ gar nicht erst kaufen, denn es drohen empfindliche Gefängnisstrafen, wenn ihr erwischt werdet), kleine Statuen werden als „handmade“ angepriesen, obwohl sie „Made in China“ sind. Der hochwertige Papyrus erweist sich als billige Fälschung aus Bananenblättern (erkennt ihr, wenn beim Knicken die Ecke abbricht). Wunderbar duftendes Parfümöl kann mit Speiseöl-Fusel versetzt sein, usw.

Wenn Preise auf den Waren stehen

Die Preise auf den Waren sind IMMER ägyptische Pfund und nicht Euro, Dollar oder sonst was, auch wenn die Währungseinheit nicht explizit vermerkt ist. Wenn es keine typischen Touristenshops sind, wird hier übrigens auch nicht gefeilscht (siehe oben).

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