Ahnenforschung

Ahnenforschung in heutiger Zeit ist nicht gerade einfach,  bei der Ägyptologie ist es aber noch schwieriger eine Chronologie der Pharaonen zu erstellen. Wie bei der Ahnenforschung heute können die Ägyptologen sich auch größtenteils nur auf Dokumente der damaligen Zeit verlassen, die aber bei weitem nicht so viel hergeben wie die Kirchenbücher. Es würde alles viel einfacher sein, wenn das genaue Geburts- und Sterbedatum angegeben sein würde oder die Ägypter wenigstens dieselbe Zeitrechnung wie wir gehabt hätten ;-)
 


Die Königslisten

Wie lange regierte ein Pharao?

Wie alt wurde ein Pharao?

Verwandtschaftsgrade

 

Königslisten

Die "Königslisten" stammen aus Gräbern und Tempel, sowie von Zeitzeugen und Geschichtsschreibern.
Folgende Königslisten sind bekannt:

- Die früheste überlieferte Herrscherliste stammt aus der 5. Dynastie (2498-2345 v.Chr.), der sogenannte Palermo-Stein. Auf diesem Stein findet man einige der letzten vordynastischen Könige bis 3150 v.Chr. und weiterhin noch Königsnamen bis zu Neferirkare in der Mitte der 5. Dynastie. Das besondere an diesem Stein ist, dass er nicht nur die Könige nennt, sondern auch einige wichtige geschichtliche Ereignisse beschreibt.

- Auf der Königsliste von Karnak sind die Herrscher vom ersten König bis Thutmosis III. (18. Dynastie) verzeichnet. Einige Könige der Zweiten Zwischenzeit fehlen.

- Die Königsliste von Abydos ist einer der bekanntesten. Sie befindet sich an den WändenKönigsliste von Abydos des Tempels von Sethos I. (s. Bild rechts). Dort sieht man Sethos, der seinem Sohn Ramses II. eine Liste mit Kartuschen von 76 Königen (bis hin zu Sethos I.) zeigt. Die Könige der Zweiten Zwischenzeit werden nicht genannt. Ebenso die Könige der späten 18. Dynastie, nach Amenophis III., deren Namen aufgrund der Verbindung zum Ketzertum nicht genannt werden durften. Darunter gehören Echnaton, Semenchkare, Tutanchamun und Eje.

- Weiterhin gibt es noch die Königsliste von Saqqara. 47 Kartuschen (ursprünglich 58) zählen die Pharaonen von König Anedjib (1.Dynastie) bis Ramses II. auf. Die Könige der zweiten Zwischenzeit sind ebenfalls nicht vorhanden.

- Die detaillierteste Königsliste ist der "Turinische Königskanon". Ursprünglich umfasste die Liste 300 Königsnamen, doch dank einer unfachmännischen Verpackung vor einer Reise, wurde die Liste sehr stark beschädigt und somit fehlen viele Fragmente. Dies ist in dem Sinne ärgerlich, da haargenaue Angaben zur jeweiligen Regierungszeit (bis auf Monate und Tage genau) kaum noch zuzuordnen sind, oder sogar gänzlich fehlen. Das Alter des "Turinischen Königskanon" wird auf rund 1200 v.Chr. (Ramessiden-Epoche) geschätzt.

- Die Manetho-Fragmente (Manetho war ein Hohepriester unter Ptolemaios I. (306/304-283/282 v.Chr.)) teilen die ägyptische Geschichte (von 3100-30 v.Chr.) in 30 Dynastien auf (heute teilen die Ägyptologen die Geschichte in 31 Dynastien auf, siehe "Kurzer Abriss der Geschichte")

Des weiteren wurden natürlich auch einige Namen von weiteren Geschichtsschreiber, wie die Griechen Herodot (um 450 v. Chr.) und Diodor ( um 50 v. Chr.) genannt.

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Die obengenannten Königslisten nennen uns also schon mal die Namen und die Reihenfolge der Könige (obwohl noch zu erwähnen wäre, dass die Namen bei Manetho, Herodot und Diodor in griechisch genannt werden und die ägyptischen Königslisten gerne mal die Zwischenzeiten auslassen). Die Namen selbst fand man natürlich auch in altägyptischen Inschriften. Bleibt nun noch die Frage:

Wie lange regierte der Pharao?

Bei dieser Frage helfen uns Siegelabdrucke auf Weinkrügen, die das Regierungsjahr des jeweiligen Königs nennen, in dem der Wein hergestellt wurde. Die letzte Angabe, die die Archäologen auf allen Weinkrügen finden, ist also das letzte Regierungsjahr.

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Bei der Frage, wie alt ein Pharao wurde, hilft uns die

C14- oder Radiokarbon-Methode

Durch die aus dem Weltraum in die Atmosphäre einfallende kosmische Strahlung wird regelmäßig ein gewisser Teil von Stickstoffatomen in radioaktiven Kohlenstoff C14 umgewandelt. Stirbt ein Lebewesen, wird die Aufnahme von C14-Atomen gestoppt. Der Körper zerfällt, ebenso wie die C14-Atome. Dabei werden Elektronen frei, die man messen kann. In jedem Gramm kohlenstoffhaltiger lebender Substanz zerfallen pro Minute 15,3 Atome. Wenn man also bei einer Mumie die frei werdende ß-Strahlung misst, kann man aus der noch verbliebenen Strahlungsintensität das genaue Alter der Mumie bestimmen.
Leider kann man sich auf die C14-Methode  nicht so unbedingt verlassen, so dass sie bei vielen Wissenschaftlern nicht anerkannt wird.

Bei Jungverstorbenen (wie z.B. Tutanchamun im Alter von ungefähr 18 Jahren) kann man auch am Knochenaufbau und an den Zustand der Weisheitszähne erkennen, wie alt jemand geworden ist.

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Verwandtschaftsgrade

Im Jahr 2006 fing der Direktor der ägyptischen Altertümerverwaltung, Zahi Hawass, damit an ein ehrgeiziges Ziel zu verfolgen. Mit Hilfe eines Computertomographen und verschiedener DNA-Tests will er neben den verschiedenen Todesursachen die Verwandheitsgrade der einzelnen Mumien untersuchen. Mit Hilfe von Gewebeproben gelang es ihm bei einer Mumie die Familienzugehörigkeit von Thutmosis I., II., und III. festzustellen. Er ist sich daher sicher, dass es sich um die Mumie der Hatschepsut handelt. Dennoch gibt es Zweifel an der Methode der Genanalyse. Das Gewebe ist immerhin mehrere tausend Jahre alt und zerfallen. Daher ist es sehr schwierig die DNA zu rekonstruieren.
Mit dem Computertomographen ist es möglich anhand von auffälligen physischen Körpermerkmalen eine enge Verwandtschaft festzustellen. Die Mumie, die im Grab KV 55 im Tal der Könige gefunden wurde, ähnelt in einigen Dingen die von Tutanchamun. Beide litten unter Skoliose (einer Rückratverkrümmung), haben Weisheitszähne, die noch nicht durch den Kiefer gebrochen sind, eine ähnliche Gaumenspalte, einen identischen Kiefer- und Wangenknochen sowie einen auffällig eierförmigen Schädel. Da der Name der Mumie in ihrem Grab absichtlich zerstört wurde, ist es leider nicht ganz klar um welchen Verwandten Tutanchamuns es sich handelt.
Es sollen noch viele weitere Mumien mit diesen beiden Methoden untersucht werden.