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Königslisten
Die "Königslisten" stammen aus Gräbern und
Tempel, sowie von Zeitzeugen und Geschichtsschreibern.
Folgende Königslisten sind bekannt:
- Die früheste überlieferte Herrscherliste stammt aus der 5. Dynastie (2498-2345
v.Chr.), der sogenannte Palermo-Stein. Auf diesem Stein findet man einige der letzten
vordynastischen Könige bis 3150 v.Chr. und weiterhin noch Königsnamen bis zu
Neferirkare in der Mitte der 5. Dynastie. Das besondere an diesem Stein ist, dass er nicht
nur die Könige nennt, sondern auch einige wichtige geschichtliche Ereignisse beschreibt.
- Auf der Königsliste von Karnak sind die Herrscher vom ersten König bis Thutmosis III.
(18. Dynastie) verzeichnet. Einige Könige der Zweiten Zwischenzeit fehlen.
- Die Königsliste von Abydos ist einer der bekanntesten. Sie befindet sich an den Wänden des
Tempels von Sethos I. (s. Bild rechts). Dort sieht man Sethos, der seinem Sohn Ramses
II. eine Liste mit Kartuschen von 76 Königen (bis hin zu Sethos I.) zeigt. Die Könige
der Zweiten Zwischenzeit werden nicht genannt. Ebenso die Könige der späten 18.
Dynastie, nach Amenophis III., deren Namen aufgrund der Verbindung zum Ketzertum nicht
genannt werden durften. Darunter gehören Echnaton, Semenchkare, Tutanchamun und Eje.
- Weiterhin gibt es noch die Königsliste von Saqqara. 47 Kartuschen (ursprünglich 58)
zählen die Pharaonen von König Anedjib (1.Dynastie) bis Ramses II. auf. Die Könige der
zweiten Zwischenzeit sind ebenfalls nicht vorhanden.
- Die detaillierteste Königsliste ist der "Turinische Königskanon".
Ursprünglich umfasste die Liste 300 Königsnamen, doch dank einer unfachmännischen
Verpackung vor einer Reise, wurde die Liste sehr stark beschädigt und somit fehlen viele
Fragmente. Dies ist in dem Sinne ärgerlich, da haargenaue Angaben zur jeweiligen
Regierungszeit (bis auf Monate und Tage genau) kaum noch zuzuordnen sind, oder sogar
gänzlich fehlen. Das Alter des "Turinischen Königskanon" wird auf rund 1200
v.Chr. (Ramessiden-Epoche) geschätzt.
- Die Manetho-Fragmente (Manetho war ein Hohepriester unter Ptolemaios I. (306/304-283/282
v.Chr.)) teilen die ägyptische Geschichte (von 3100-30 v.Chr.) in 30 Dynastien auf (heute
teilen die Ägyptologen die Geschichte in 31 Dynastien auf, siehe "Kurzer
Abriss der Geschichte")
Des weiteren wurden natürlich auch einige Namen von weiteren Geschichtsschreiber, wie die
Griechen Herodot (um 450 v. Chr.) und Diodor ( um 50 v. Chr.) genannt.

Die obengenannten Königslisten nennen uns also
schon mal die Namen und die Reihenfolge der Könige (obwohl noch zu erwähnen wäre, dass die Namen
bei Manetho, Herodot und Diodor in griechisch genannt werden und die ägyptischen
Königslisten gerne mal die Zwischenzeiten auslassen). Die Namen selbst fand man
natürlich auch in altägyptischen Inschriften. Bleibt nun noch die Frage:
Wie lange regierte der Pharao?
Bei dieser Frage helfen uns
Siegelabdrucke auf
Weinkrügen, die das Regierungsjahr des jeweiligen Königs nennen, in dem der Wein
hergestellt wurde. Die letzte Angabe, die die Archäologen auf allen Weinkrügen finden,
ist also das letzte Regierungsjahr.

Bei der Frage, wie alt ein Pharao wurde, hilft uns die
C14- oder
Radiokarbon-Methode
Durch die aus dem Weltraum in die Atmosphäre einfallende
kosmische Strahlung wird regelmäßig ein gewisser Teil von Stickstoffatomen in
radioaktiven Kohlenstoff C14 umgewandelt. Stirbt ein Lebewesen, wird die Aufnahme von
C14-Atomen gestoppt. Der Körper zerfällt, ebenso wie die C14-Atome. Dabei werden
Elektronen frei, die man messen kann. In jedem Gramm kohlenstoffhaltiger lebender Substanz
zerfallen pro Minute 15,3 Atome. Wenn man also bei einer Mumie die frei werdende
ß-Strahlung misst, kann man aus der noch verbliebenen Strahlungsintensität das genaue
Alter der Mumie bestimmen.
Leider kann man sich auf die C14-Methode nicht so unbedingt verlassen, so dass sie
bei vielen Wissenschaftlern nicht anerkannt wird.
Bei Jungverstorbenen (wie z.B. Tutanchamun im Alter von
ungefähr 18 Jahren) kann man auch am Knochenaufbau und an den Zustand der Weisheitszähne
erkennen, wie alt jemand geworden ist.

Verwandtschaftsgrade
Im Jahr
2006 fing der Direktor der ägyptischen Altertümerverwaltung, Zahi Hawass,
damit an ein ehrgeiziges Ziel zu verfolgen. Mit Hilfe eines
Computertomographen und verschiedener DNA-Tests will er neben den
verschiedenen Todesursachen die Verwandheitsgrade der einzelnen Mumien
untersuchen. Mit Hilfe von Gewebeproben gelang es ihm bei einer Mumie die
Familienzugehörigkeit von Thutmosis I., II., und III. festzustellen. Er
ist sich daher sicher, dass es sich um die Mumie der Hatschepsut handelt.
Dennoch gibt es Zweifel an der Methode der Genanalyse. Das Gewebe ist
immerhin mehrere tausend Jahre alt und zerfallen. Daher ist es sehr
schwierig die DNA zu rekonstruieren.
Mit dem Computertomographen ist es möglich anhand von auffälligen
physischen Körpermerkmalen eine enge Verwandtschaft festzustellen. Die
Mumie, die im Grab KV 55 im Tal der Könige gefunden wurde, ähnelt in
einigen Dingen die von Tutanchamun. Beide litten unter Skoliose (einer
Rückratverkrümmung), haben Weisheitszähne, die noch nicht durch den
Kiefer gebrochen sind, eine ähnliche Gaumenspalte, einen identischen
Kiefer- und Wangenknochen sowie einen auffällig eierförmigen Schädel.
Da der Name der Mumie in ihrem Grab absichtlich zerstört wurde, ist es
leider nicht ganz klar um welchen Verwandten Tutanchamuns es sich handelt.
Es sollen noch viele weitere Mumien mit diesen beiden Methoden untersucht
werden.
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